Als Ninja Theory am 7. Juni 2026 im Xbox Games Showcase den dritten Hellblade-Teil Senua zeigte, stand das Aus des Studios bei Microsoft offenbar längst fest. Branchenjournalist Stephen Totilo schrieb am 16. Juni 2026 in seinem Newsletter Game File unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Quelle, der Konzern habe zum Zeitpunkt der Enthüllung bereits beschlossen gehabt, sich von dem Team aus Cambridge zu trennen.
Die Ankündigung eines neuen Spiels sollte dem Bericht zufolge das Interesse möglicher Investoren wecken. Wörtlich heißt es in der Quelle, Microsoft habe „bereits geplant, das Studio auslaufen zu lassen oder sich von ihm zu trennen“, und ein frisch vorgestelltes Projekt habe Investoreninteresse anziehen sollen. Ob die Führungsebene von Ninja Theory in diesen Plan eingeweiht oder überhaupt informiert war, bleibt laut Totilo unklar. Die Belegschaft erfuhr von der ungewissen Zukunft erst am Montag, dem 16. Juni 2026, neun Tage nach dem Auftritt auf der Bühne.
Enthüllung als Verkaufsargument
Hinter der Senua-Präsentation steckte demnach mehr als reine Produktkommunikation. Das öffentlich gezeigte Projekt diente nicht in erster Linie der Vermarktung eines kommenden Titels, sondern sollte das Studio als verkäufliches Gut attraktiver machen. Ein angekündigtes Spiel mit bekannter Marke hebt den Preis, den ein Entwicklerteam bei möglichen Käufern erzielen kann: Marke, laufende Produktion und eingespielte Teams ließen sich gebündelt übernehmen. Microsoft hatte Ninja Theory 2018 gekauft, damals als Teil der auf der E3 angekündigten Studioexpansion. Das geplante Aus dreht diese Expansion nun ins Gegenteil.
Auch Compulsion und Double Fine betroffen
Ninja Theory steht nicht allein da. Bloomberg berichtet, dass neben dem Hellblade-Team auch Compulsion Games (South of Midnight) und Double Fine (Psychonauts) vor der Schließung oder Abspaltung stehen. Die Verkleinerung der hauseigenen Xbox-Studiolandschaft fällt damit auf einen engen Zeitraum. Microsoft hat sich öffentlich nicht zu den Vorgängen geäußert. Wie es mit dem angekündigten Senua-Projekt weitergeht, hängt laut Bericht davon ab, ob sich ein Käufer findet, der Team und Spiel übernimmt, statt das Studio ganz einzustellen.
