AMD hat am 28. Februar 2025 die RDNA-4-Architektur samt der Grafikkarten Radeon RX 9070 XT und RX 9070 vorgestellt. Beide Modelle tragen 16 GB GDDR6-Speicher und zielen preislich auf die Mittelklasse. Die RX 9070 XT startet mit einer Preisempfehlung von 599 US-Dollar, die RX 9070 mit 549 US-Dollar. Der Handelsstart bei Boardpartnern wie ASUS, Gigabyte, ASRock, Sapphire und XFX erfolgt am 6. März 2025.
Mit dieser Preisgestaltung greift AMD das Segment an, in dem NVIDIA bislang den größten Absatz erzielt. Die RX 9070 XT bietet laut Hersteller bei 1440p über 40 Prozent mehr Spieleleistung als die Radeon RX 7900 GRE, die RX 9070 liegt rund 20 Prozent darüber. Bis zu 64 Compute Units sollen gegenüber der RDNA-3-Generation bis zu 40 Prozent höhere Spieleleistung liefern.
Dritte Raytracing-Generation und überarbeitete AI-Beschleuniger
RDNA 4 bringt Raytracing-Beschleuniger der dritten Generation. Je Compute Unit sollen sie über doppelt so hohen Raytracing-Durchsatz wie die Vorgängergeneration erreichen. Daneben verbaut AMD AI-Beschleuniger der zweiten Generation mit bis zu achtfachem INT8-Durchsatz für dünn besetzte Matrizen. Beide Punkte treffen die Bereiche, in denen AMD bei früheren Generationen gegenüber dem Wettbewerb zurücklag: Raytracing-Performance und dedizierte Recheneinheiten für Machine-Learning-Workloads. Wie viel Gewicht die Konkurrenz auf solche KI-Einheiten legt, zeigt etwa der Auftritt von NVIDIA mit seinen RTX-Plattformen.
Die erweiterten AI-Einheiten bilden zugleich die Grundlage für das neue Upsampling-Verfahren. Ohne hardwareseitige Beschleunigung wäre der maschinell gestützte Ansatz auf den Karten nicht praktikabel umsetzbar.
FSR 4 als exklusives Upscaling und seine Verbreitung
FidelityFX Super Resolution 4 setzt erstmals auf ein maschinell gelerntes Verfahren und bleibt der RX-9000-Serie vorbehalten. Technisch nutzt FSR 4 hardwarebeschleunigte FP8-Berechnung für bessere zeitliche Stabilität und Detailerhaltung. Zum Start unterstützen mehr als 30 Spiele die Technik, bis später im Jahr 2025 sollen es 75 Titel werden. Bestehende FSR-3.1-Spiele lassen sich auf FSR 4 umstellen.
Für die Verbreitung ist die Anbindung an FSR 3.1 der entscheidende Hebel. Studios, die bereits FSR 3.1 integriert haben, erreichen den neuen Upscaler ohne vollständige Neuimplementierung. Die Bindung an die neue Hardware schränkt die installierte Basis zunächst ein. Im Gegenzug koppelt AMD das Verfahren an die zugekauften AI-Beschleuniger und stellt FSR 4 als Antwort auf die ML-basierten Verfahren des Wettbewerbs in Stellung.
