Amazon baut seine Spiele-Sparte um und reduziert einen erheblichen Teil der eigenen AAA- und MMO-Entwicklung. Grundlage der Meldung ist ein Bericht von Bloomberg vom 28. Oktober 2025, der ein internes Memo von Amazon Games beschreibt. Die Kürzungen stehen im Zusammenhang mit dem konzernweiten Abbau von rund 14.000 Stellen, der vor allem Unternehmensarbeitsplätze betrifft.
Bei Amazon Games sollen demnach Teams in Irvine und San Diego sowie das zentrale Publishing betroffen sein. Das Unternehmen will die eigene Entwicklung stärker auf eine kleinere Zahl von Projekten konzentrieren. Eine konkrete Einstellung jedes einzelnen Spiels wurde in dem Memo nicht genannt.
MMO-Pipeline verliert Priorität
Besonders unter Druck gerät die langfristige MMO-Strategie. Das 2023 angekündigte Spiel im Universum von Der Herr der Ringe wurde von Amazon und Embracer ursprünglich als großes Onlineprojekt für PC und Konsolen vorgestellt. Auch New World liegt im direkten Umfeld der Neuausrichtung. Die Entwicklung von New World war zuvor ein zentraler Bestandteil von Amazon Games.
Eigene Entwicklung und Publishing werden getrennt
Amazon unterschied in dem Memo zwischen eigenen Produktionen und Projekten, bei denen Amazon Games als Publisher auftritt. Für das von Crystal Dynamics entwickelte neue Tomb Raider wurde deshalb zunächst keine gleichlautende Einstellung gemeldet. Auch Partnerschaften mit externen Studios lassen sich von den Kürzungen in der First-Party-Entwicklung getrennt betrachten.
Der Umbau verschiebt den Schwerpunkt von einer breiten eigenen AAA-Pipeline zu weniger Projekten und weiteren Publishing-Aktivitäten. Für Entwicklerteams bedeutet das eine engere Auswahl bei langfristigen Onlineproduktionen, deren Betrieb und Finanzierung über mehrere Jahre geplant werden müssen. Die Bloomberg-Quelle beschreibt die Maßnahmen als Teil der internen Neuausrichtung, nicht als vollständigen Rückzug von Amazon aus dem Spielemarkt.
