Activision Blizzard legte im Frühjahr 2022 in seinen Unterlagen für die geplante Übernahme durch Microsoft offen, dass US-Behörden Informationen zu Aktiengeschäften vor der Ankündigung des Deals angefordert hatten. Im SEC-Bericht für das erste Quartal 2022 ist von freiwilligen Auskunftsersuchen der Securities and Exchange Commission und einer Vorladung des Justizministeriums die Rede. Untersucht wurden Geschäfte Dritter, darunter Personen aus dem Umfeld des damaligen Activision-Blizzard-Chefs.
Behörden prüfen Geschäfte vor der Übernahme
Die Ermittlungen bezogen sich auf Wertpapiergeschäfte vor der Ankündigung der Microsoft-Übernahme vom 18. Januar 2022. Activision Blizzard erklärte in der SEC-Meldung, mit den Behörden zu kooperieren. Aus dem Dokument ergibt sich kein Schuldspruch und auch keine Feststellung, dass die genannten Personen tatsächlich Insiderwissen genutzt haben. Zum Zeitpunkt des Beitrags handelte es sich um laufende Untersuchungen.
Aktionärsgruppe lehnt den Deal ab
Parallel dazu rief die SOC Investment Group die Aktionäre auf, gegen die geplante Transaktion zu stimmen. Die bei der SEC eingereichte Aktionärsmitteilung kritisierte unter anderem die Bewertung von Activision Blizzard und den Umgang des Managements mit den Vorwürfen zur Unternehmenskultur. Die Gruppe verwies auf die Hauptversammlung am 28. April 2022.
Rechtliche Vorwürfe bleiben getrennt zu bewerten
Die behördlichen Anfragen zu Aktiengeschäften, die Kritik der Aktionärsgruppe und die arbeitsrechtlichen Vorwürfe gegen Activision Blizzard waren unterschiedliche Vorgänge. Sie wurden in der öffentlichen Debatte häufig gemeinsam mit der Übernahme diskutiert, hatten aber jeweils eigene Verfahren und Beweisfragen. Der SEC-Bericht hält deshalb ausdrücklich fest, dass aus der Untersuchung zu den Handelsgeschäften zu diesem Zeitpunkt keine abschließende Bewertung folgte.
