Der Verwaltungsrat von Activision Blizzard hat seinen Aktionären empfohlen, einen Antrag des New York State Common Retirement Fund abzulehnen. Die am 29. April 2022 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichte Proxy-Erklärung beschreibt den Antrag und die Position des Unternehmens.
Gefordert war ein jährlicher öffentlicher Bericht darüber, wie wirksam Activision Blizzard Missbrauch, Belästigung und Diskriminierung gegenüber geschützten Beschäftigtengruppen verhindert. Der Bericht sollte die Ergebnisse der Maßnahmen quantifizieren und unter anderem zeigen, wie Beschwerden erfasst, bearbeitet und abgeschlossen werden.
Verwaltungsrat verweist auf laufende Maßnahmen
Der Verwaltungsrat bewertete den Antrag als nicht im besten Interesse des Unternehmens. Nach seiner Darstellung würden zusätzliche Berichtspflichten Ressourcen binden, die direkt in Maßnahmen für Beschäftigte fließen sollten. Außerdem könnten selbst zusammengefasste Angaben Rückschlüsse auf einzelne Betroffene und deren Beschwerden ermöglichen.
Activision Blizzard verwies in der offiziellen SEC-Veröffentlichung zur Aktionärsversammlung auf das Workplace Responsibility Committee und weitere Änderungen. Dazu gehörte auch das Ende der verpflichtenden Schlichtung für bestimmte Ansprüche, die nach dem 28. Oktober 2021 eingereicht wurden. Die Unternehmensleitung bat die Aktionäre deshalb um eine Gegenstimme zu dem Antrag.
Antrag kam aus dem Umfeld der New Yorker Pensionskasse
Eingereicht wurde der Antrag vom New York State Common Retirement Fund. Die Pensionskasse hatte bereits im Februar 2022 von mehreren Unternehmen Berichte über den Umgang mit Belästigung und Diskriminierung verlangt. Die Abstimmung über den Activision-Blizzard-Antrag war für die jährliche Aktionärsversammlung am 21. Juni 2022 vorgesehen.
Auf XboxDev wurde zuvor über die Einrichtung des Workplace Responsibility Committee berichtet. Der damalige Beitrag behandelt die interne Struktur, während der neue Antrag die öffentliche Berichterstattung über deren Ergebnisse zum Gegenstand hatte.
