Der Microsoft-Entwickler und Blogger Scott Hanselman hat am 18. Dezember 2015 beschrieben, wie sich ein Kinect-v2-Sensor der Xbox One zweckentfremden lässt, um sich unter Windows 10 per Gesichtserkennung über Windows Hello anzumelden.
Vom Konsolen-Zubehör zum Windows-Sensor
Voraussetzung ist der Kinect-Adapter für Windows, der den Sensor der Xbox One per USB an einen PC anschließt und zum Testzeitpunkt rund 50 US-Dollar kostete. Der Kinect v2 bringt laut Hanselman eine 1080p-Farbkamera, eine davon unabhängige Infrarotsensorik, ein breites Sichtfeld sowie die Fähigkeit mit, bis zu sechs Skelette gleichzeitig zu verfolgen. Für den regulären Windows-Hello-Betrieb ist die Konsolenhardware allerdings nicht offiziell vorgesehen, weshalb Hanselman in seinem Beitrag einen Umweg über die Registrierung beschreibt.
Einrichtung Schritt für Schritt
Zunächst muss über einen Registry-Eintrag die sogenannte Driver-Flighting-Funktion aktiviert werden, damit Windows Beta-Treiber für den Sensor akzeptiert. Anschließend werden die Kinect-Treiber im Geräte-Manager aktualisiert. Erst danach lässt sich Windows Hello einrichten, wofür zunächst eine PIN angelegt werden muss, bevor der Assistent für die Gesichtserkennung gestartet werden kann. Windows Hello arbeitet dabei mit einer dreidimensionalen Tiefenerkennung statt einer klassischen zweidimensionalen Bildauswertung, wodurch sich das System nicht mit einem einfachen Foto täuschen lässt. Die Kamera aktiviert sich laut Hanselman ausschließlich am gesperrten Bildschirm und zeigt dies über eine sichtbare Kontrollleuchte an.
Erfahrungen und Einordnung
Hanselman beschreibt die Erkennung als sehr zuverlässig und schnell, sein Rechner entsperre und melde ihn an, sobald er sich davorsetze und in die Kamera blicke. Bei einem Surface Pro 4 mit werkseitig integrierter Windows-Hello-Kamera falle die Erkennung dem Beitrag zufolge sogar so schnell aus, dass der Sperrbildschirm kaum sichtbar werde. Als Alternative für Nutzer ohne Kinect nennt der Beitrag den Eye Tracker von Tobii, der zum Vergleich rund 139 US-Dollar kostete. Der Beitrag richtet sich damit weniger an Konsolenspieler als an technisch interessierte Windows-Nutzer, die ihre vorhandene Xbox-One-Hardware weiterverwenden möchten.
