Microsoft hat zur Game Developers Conference am 21. März 2023 zum zehnjährigen Bestehen von ID@Xbox Bilanz gezogen und dabei einen kumulierten Betrag von mehr als 4 Milliarden US-Dollar genannt, der seit dem Start des Self-Publishing-Programms an unabhängige Entwickler ausgezahlt wurde. Verfasst wurde der Rückblick von Chris Charla, Director von ID@Xbox. Angekündigt hatte Microsoft das Programm auf der Gamescom am 20. August 2013, aufgebaut wurde es über den Sommer 2013. Ziel war es, unabhängigen Studios eine direkte Veröffentlichung auf Xbox One und Windows zu eröffnen.
Die genannte Auszahlungssumme dient Microsoft als Gradmesser für die Größe der Konsolen-Indieszene. Nach Angaben des Unternehmens sind über das Programm mehr als 3.000 Titel erschienen, was nach eigener Darstellung die kombinierte Anzahl der Spiele des originalen Xbox und der Xbox 360 übersteigt. Beteiligt sind den Angaben zufolge mehr als 5.000 Entwickler. Charla bezeichnete die 4 Milliarden US-Dollar als Beleg für die wirtschaftliche Tragfähigkeit unabhängiger Entwicklung.
Wie das Self-Publishing-Modell wuchs
ID@Xbox gibt registrierten Studios kostenfreien Zugang zu Entwicklungskits und technischer Dokumentation und verzichtet auf Gebühren für Updates eingereichter Titel. Mit diesem Modell positionierte sich Microsoft 2013 als Gegenentwurf zu den zuvor restriktiveren Veröffentlichungswegen auf Konsole. Die kumulierten Auszahlungsschwellen, die das Unternehmen über die Jahre kommuniziert hat, zeichnen die Reichweite des Programms nach. Vom Start auf der Gamescom 2013 bis zur GDC 2023 summieren sich die Zahlungen auf die nun genannten 4 Milliarden US-Dollar. Welche Bausteine das Programm seither rund um Onboarding und Zertifizierung erhielt, lässt sich an der schrittweise erweiterten Game-Publishing-Dokumentation ablesen.
Erweiterungen des Programms zum Jubiläum
Neben der finanziellen Bilanz führte Charla mehrere Programmbestandteile an, die im Lauf der zehn Jahre hinzugekommen sind. Dazu zählen das Early-Access-Angebot Xbox Game Preview, Funktionen für plattformübergreifendes Spiel und Cross-Progression sowie eine Pilotphase für die Veröffentlichung auf physischen Datenträgern. Angekündigt wurde zudem ein neuer Einreichungsprozess, über den Studios ihre Titel für eine mögliche Aufnahme in den Game Pass vorschlagen können, mit näheren Angaben im Entwickler-Newsletter im April. Ergänzend verwies Charla auf das Developer Acceleration Program, das unterrepräsentierte Entwickler unterstützen soll. Welche Spiele aus diesem Umfeld später Bühne bekamen, zeigte unter anderem das ID@Xbox Digital Showcase 2024.
