id Software will trotz der jüngsten Xbox-Entlassungen weiter eigene Spiele entwickeln und die hauseigene id-Tech-Engine fortführen. Windows Central berichtet über Gespräche mit ehemaligen Beschäftigten und Executive Producer Marty Stratton, der Spekulationen über einen Wechsel zur Unreal Engine widerspricht.
Stratton beschreibt id Tech demnach weiterhin als zentrale technische Grundlage. Auch MachineGames soll die Engine nutzen und enger mit id Software an der Technologie arbeiten. Damit bleibt die Engine ein eigener Entwicklungsbereich und nicht nur ein historisches Werkzeug aus der DOOM- und Quake-Produktion.
Eigene Projekte trotz kleinerem Team
Nach den Aussagen soll id Software außerdem eigene Spiele führen, statt ausschließlich als Support-Studio für andere Xbox-Teams zu arbeiten. Wie groß die tatsächliche Produktionskapazität nach dem Stellenabbau ist, bleibt offen. Ein früherer Bericht zur Studiomoral bei id Software hatte bereits die Folgen für Teamwissen und Produktionsabläufe beschrieben.
Der aktuelle Bericht verbindet diese Aussagen mit der Entlassungsrunde vom 6. Juli. Rund 95 Beschäftigte seien zu einer Microsoft-Teams-Besprechung eingeladen worden, in der die Streichung ihrer Positionen mitgeteilt worden sei. Der Verlust von Erfahrung und die unklaren Kriterien für den Erfolg eines Spiels bleiben damit die zentralen offenen Punkte für die weitere Arbeit des Studios.
id Tech bleibt Teil der Studioidentität
Eine konkrete Roadmap für das nächste Spiel nennt id Software nicht. Die Aussagen geben aber eine klare technische Richtung vor: Das Studio will die eigene Engine weiterentwickeln und die Kontrolle über eigene Projekte behalten. Ob diese Struktur nach den Entlassungen im bisherigen Umfang tragfähig ist, wird erst an den nächsten Veröffentlichungen und ihrem Produktionsverlauf sichtbar.
