Take-Two Interactive hat am 6. November 2025 starke Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt und im selben Atemzug die Verschiebung von Grand Theft Auto VI bekannt gegeben. Das Rockstar-Spiel, zuletzt für den 26. Mai 2026 terminiert, erscheint nun am 19. November 2026. Im Quartal bis zum 30. September 2025 erreichte Take-Two Net Bookings von 1,96 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der nach GAAP ausgewiesene Nettoumsatz stieg um 31 Prozent auf 1,77 Milliarden US-Dollar. Begleitend hob der Publisher die Net-Bookings-Prognose für das Gesamtjahr auf 6,40 bis 6,50 Milliarden US-Dollar an.
Starkes Quartal trifft auf erneute Terminverschiebung
Die operative Entwicklung lag über der eigenen Guidance. Neben den Net Bookings von 1,96 Milliarden US-Dollar erhöhte Take-Two auch die übrigen Eckwerte für das laufende Geschäftsjahr. Das bereinigte EBITDA wird nun in einer Spanne von 927 bis 985 Millionen US-Dollar erwartet, der bereinigte Gewinn je Aktie zwischen 3,05 und 3,30 US-Dollar. Die angehobene Net-Bookings-Spanne entspricht einem prognostizierten Wachstum von rund 14 Prozent. Getragen wird das laufende Geschäft von wiederkehrenden Erlösen aus Titeln wie Grand Theft Auto Online, NBA 2K und dem Mobile-Portfolio von Zynga.
Zur erneuten Verschiebung von Grand Theft Auto VI verwies das Management auf den Anspruch an die Fertigstellung. Rockstar Games führte an, dass zusätzliche Monate nötig seien, um das erwartete Maß an Politur und Qualität zu liefern. Chief Executive Officer Strauss Zelnick begründete die Entscheidung so: „When we set a date, we really do believe in it. We said when we set the last date, if a game requires more polish to be the best possible version of itself, then we will give that game more time.“ Es handelt sich um die zweite Terminkorrektur für den Titel, der ursprünglich für den Herbst 2025 vorgesehen war. Bei Rockstar gab es zuletzt auch jenseits der Terminplanung Bewegung, etwa als Beschäftigte des Studios eine Gewerkschaft gründeten.
Markt reagiert auf den Termin, nicht auf die Zahlen
Trotz Umsatzplus, übertroffener Quartalsziele und angehobener Jahresprognose gab die Take-Two-Aktie nachbörslich rund 10 Prozent nach. Der Markt blendete das laufende Geschäft weitgehend aus und stellte stattdessen den verschobenen Erscheinungstermin von Grand Theft Auto VI in den Vordergrund. Für Take-Two ist der Titel der zentrale Erlöstreiber des kommenden Geschäftsjahres, weshalb jede Verschiebung die Umsatzplanung über das Quartalsfenster hinaus berührt.
Die Differenz zwischen solider aktueller Geschäftslage und negativer Kursreaktion folgt der Bewertungslogik bei Publishern mit dominanter Einzelmarke. Die Net-Bookings-Guidance für das Gesamtjahr enthält nur einen Teilbeitrag aus Grand Theft Auto VI, da der Verkaufsstart erst spät im nächsten Geschäftsjahr liegt. Der Großteil der erwarteten Erlöse aus dem Titel verschiebt sich damit in das Geschäftsjahr 2027. Die Begründung mit zusätzlicher Politur betrifft die Produktqualität, ändert für Investoren aber nichts an der zeitlichen Verlagerung der Cashflows, die den Kurs kurzfristig belastete.
