Microsoft hat das ID@Xbox Developer Acceleration Program am 21. März 2023 im Rahmen der GDC 2023 angekündigt. Das Programm richtet sich an unterrepräsentierte Entwicklerinnen und Entwickler und ruht auf drei Säulen: nicht-rückzahlbarer Portierungsförderung, monatlichen Green-Room-Webinaren und einer Prototyp-Finanzierung. Geleitet wird die Initiative von James Lewis als Head of Developer Acceleration Program. Sie löst die seit 2019 laufende Vorgängerinitiative ab, die nach Angaben von Microsoft rund 100 aufstrebende Independent-Studios unterstützt hat, darunter die Teams hinter Onsen Master, ValiDate und Paper Ghost Stories 7PM.
Fördermechanik und Recoupment-Verzicht
Sowohl die Portierungsförderung als auch die Prototyp-Finanzierung werden als nicht-rückzahlbar deklariert. Microsoft verzichtet damit auf Recoupment, also die Rückverrechnung der ausgezahlten Summen mit späteren Umsätzen. Die Portierungsförderung soll Studios die Kosten für die Veröffentlichung auf mehreren Plattformen abnehmen und ist nach Angaben von Microsoft an die jeweilige Situation des Teams angepasst. Anders als bei klassischen Publishing-Deals sind weder Exklusivität noch eine Unternehmensbeteiligung an die Förderung geknüpft. Studios behalten somit die volle Kontrolle über Verwertungsrechte und Plattformwahl. Die Prototyp-Initiative startet zunächst als Pilot mit einer kleinen Zahl ausgewählter Teams, deren Konzepte mit Mitteln und Begleitung zu einem Prototyp ausgebaut werden, der die kreative Vision belastbar abbildet.
Auswahlkriterien und Green-Room-Webinare
Adressiert werden Teams, die von Personen aus den Communities Black, Indigenous, Latino oder LGBTQIA+ geführt werden, ferner Entwicklerinnen, Devs mit Behinderung sowie Studios aus Emerging Markets. Hinzu kommen Teams mit eigenständiger Perspektive sowie Projekte, die diverse Charaktere verantwortungsvoll in den Mittelpunkt stellen oder Barrierefreiheit priorisieren. Die dritte Säule, die Green-Room-Events, ergänzt die finanzielle Förderung um Wissenstransfer. In monatlichen Webinaren geben Xbox-Fachleute Einblicke in den Lebenszyklus eines Spiels, Marketingstrategien und die Vorbereitung auf die Zertifizierung. Wie die Anforderungen rund um Zertifizierung und Onboarding aussehen, hat Microsoft inzwischen in einer erweiterten Game-Publishing-Dokumentation öffentlich gemacht. Interessierte Studios können sich über die Adresse developers@id.xbox.com melden. Das Programm gehört zur seit 2014 bestehenden ID@Xbox-Initiative, die das Self-Publishing für Independent-Studios öffnet und ihre Spiele regelmäßig auf eigenen Bühnen wie dem ID@Xbox Digital Showcase vorstellt. Mit dem Verzicht auf Recoupment und Exklusivität verschiebt sich der Fokus von einem klassischen Beteiligungsmodell hin zu einer reinen Zugangs- und Befähigungsförderung.
