Sony hat im Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember 2023 nach eigenen Angaben 8,2 Millionen PlayStation 5 abgesetzt und damit rund 15 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, das geht aus dem am 14. Februar 2024 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Form 6-K hervor. Die Sparte Game & Network Services steigerte ihren Umsatz auf rund 1.444 Milliarden Yen, ein Plus von etwa 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Trotz der Rekordstückzahl fiel das operative Ergebnis der Sparte auf 86,1 Milliarden Yen und damit um 25,9 Prozent. Gleichzeitig kappte Sony die Jahresprognose für den Segmentumsatz um 5 Prozent und begründete das mit geringeren Hardware-Absatzerwartungen.
Mehr Konsolen, dünnere Marge
Das Quartal von Oktober bis Dezember ist für PlayStation traditionell das umsatzstärkste, weil das Weihnachtsgeschäft Hardware und Software gleichzeitig anschiebt. Mit 8,2 Millionen ausgelieferten PS5 lag Sony über dem Vorjahreswert von rund 7,1 Millionen Einheiten. Der Segmentumsatz von 1.444 Milliarden Yen ist der höchste Quartalswert, den Game & Network Services bis dahin erreicht hat. Der Rückgang des operativen Ergebnisses um knapp 26 Prozent zeigt jedoch, dass mehr verkaufte Konsolen nicht automatisch mehr Gewinn bedeuten. PS5-Hardware verkauft Sony weiterhin mit dünnen Margen, und ein hoher Hardware-Anteil am Umsatzmix drückt die Profitabilität der Sparte. Hinzu kamen gestiegene Kosten und Aufwendungen, die das Ergebnis trotz des Mengenwachstums belasteten.
Das deckt sich mit dem typischen Lebenszyklus einer Konsole. In der frühen Phase subventioniert ein Hersteller die Hardware und holt die Marge über Spiele, Add-on-Content und Netzwerkdienste herein. Genau dieser margenstarke Software- und Service-Anteil wuchs im Quartal langsamer als der Hardware-Absatz, sodass der Umsatz stieg, der Gewinn aber sank.
Gesenkte Hardware-Prognose für das Gesamtjahr
Schwerer wiegt die Korrektur der Jahresplanung. Sony senkte die Umsatzprognose für Game & Network Services im Geschäftsjahr 2023 um 5 Prozent und nannte als Grund ausdrücklich geringere Hardware-Verkäufe infolge niedrigerer Stückzahlen. Die ursprünglich für das Gesamtjahr angesetzte Zahl an verkauften PS5-Einheiten erreicht das Unternehmen demnach nicht. Damit fällt der starke Eindruck der 8,2 Millionen Einheiten aus dem Weihnachtsquartal etwas geringer aus. Die Nachfrage über das Jahr verteilt blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Für die Branche bedeutet die Mischung aus Rekordquartal und gekappter Jahresprognose, dass die PS5 ihren steilsten Wachstumsabschnitt hinter sich hat. Sony rückt künftig stärker die Profitabilität in den Vordergrund statt reine Absatzmengen, was an der schwächeren Hardware-Erwartung für das Folgejahr ablesbar ist. Eine ähnliche Verlagerung weg vom reinen Mengenwachstum hin zu margenstarken Inhalten zeigt sich auch bei großen Publishern, etwa wenn Take-Two seine Wachstumserwartungen an einzelne Großtitel knüpft. Die Zahlen stammen direkt aus dem bei der SEC eingereichten 6-K-Bericht und nicht aus aufbereiteten Sekundärquellen.
