Lenovo hat den ThinkVision 27 3D am 1. September 2023 auf der IFA 2023 vorgestellt, einen brillenfreien Monitor, der räumliche Inhalte ohne VR-Headset darstellbar macht. Das Gerät kombiniert eine schaltbare lentikulare Linse mit einer kamerabasierten Echtzeit-Augenverfolgung und projiziert pro Auge ein eigenständiges Bild aus leicht versetztem Blickwinkel. Daraus entsteht ein stereoskopischer Tiefeneindruck, der sich an die Kopfposition des Betrachters anpasst. Lenovo adressiert damit Profis, die 3D-Inhalte erstellen, darunter Grafikdesign, Spiele und Videoproduktion. Auf derselben Messe zeigte der Hersteller auch seinen ersten Windows-11-Handheld, der bei den späteren Mobilgeräten rund um die ROG Xbox Ally X Gesellschaft bekam.
Technische Auslegung des Displays
Das 27-Zoll-IPS-Panel arbeitet im 2D-Modus mit 4K-Auflösung und schaltet im 3D-Betrieb auf 1920 x 2160 Bildpunkte pro Auge um, was bei 60 Hz Gesamtbildrate auf 30 Hz je Auge hinausläuft. Der optimale Betrachtungsabstand liegt zwischen 60 und 100 Zentimetern, das Sichtfeld der 3D-Wiedergabe gibt Lenovo mit 40 Grad an. Beim Farbumfang nennt der Hersteller eine Abdeckung von 99 Prozent DCI-P3, 99 Prozent Adobe RGB und 100 Prozent sRGB, ab Werk kalibriert auf einen durchschnittlichen Delta-E-Wert unter 2. Die typische Helligkeit gibt Lenovo sowohl im 2D- als auch im 3D-Modus mit rund 310 Nits an, das Kontrastverhältnis mit 1000:1. Zur Anbindung dienen unter anderem zwei HDMI-2.1-Anschlüsse, DisplayPort 1.4 sowie USB Typ C mit bis zu 100 Watt Power Delivery. Den Kniff mit umschaltbaren Betriebsmodi findet man inzwischen auch bei anderen Profigeräten, etwa beim LG UltraGear evo 27GM950B mit seinem Dual-Mode.
Authoring-Werkzeug für Studios
Für den produktiven Einsatz liefert Lenovo die Software 3D Explorer mit. Sie umfasst einen 3D-Player zur Betrachtung von Modellen sowie ein Software Development Kit zur Erstellung eigener 3D-Anwendungen. So lässt sich der Monitor als Authoring-Werkzeug nutzen, das räumliche Assets ohne Headset prüfbar macht und in bestehende Arbeitsabläufe von Studios passt. Als Mindestanforderung nennt Lenovo einen Intel Core i5-7500, eine Nvidia GeForce GTX 1050, 16 GB Arbeitsspeicher und Windows 10 in der 64-Bit-Variante. Die Verfügbarkeit kündigte Lenovo für ausgewählte Märkte ab Februar 2024 an, der Einstiegspreis liegt bei 2.999 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
