Qualcomm hat zur gamescom 2023 die Snapdragon-G-Serie erweitert und am 24. August 2023 ein dreistufiges Portfolio für dedizierte Handheld-Gaming-Geräte vorgestellt. An der Spitze steht der Snapdragon G3x Gen 2. Darunter liegen der Snapdragon G2 Gen 1 für den Mittelbereich und der Snapdragon G1 Gen 1 für Streaming-orientierte Einstiegsgeräte. Begleitend liefert Qualcomm ein Handheld-Referenzdesign auf Basis des G3x Gen 2 an ausgewählte OEMs und ODMs aus, das als Vorlage für kommende Android-Handhelds dient.
Mit der Staffelung adressiert Qualcomm drei Anwendungsfälle. Der G1 Gen 1 zielt auf Game-Streaming und Cloud-Gaming und unterstützt lokal bis zu 1080p bei 60 fps. Der G2 Gen 1 deckt lokales und Cloud-Gaming ab, bietet FHD+ mit 144 Hz, 5G sowie Wi-Fi 6E über das FastConnect-6700-System. Der G3x Gen 2 ist als Enthusiasten-Plattform positioniert und nutzt einen Acht-Kern-Kryo-Prozessor mit rund 30 Prozent höherer CPU-Leistung sowie eine Adreno-A32-GPU mit etwa doppelter Grafikleistung gegenüber dem G3x Gen 1, der zuvor im Razer Edge 5G zum Einsatz kam.
Technische Eckdaten der drei Plattformen
Der G3x Gen 2 ist die einzige Plattform der Reihe mit Hardware-Raytracing und unterstützt zudem Game Super Resolution, das Anbinden von XR-Brillen, Stereo-Haptik sowie Dual-Kameras. Auf der Funkseite kombiniert der Chip Wi-Fi 7, 5G mit mmWave und Sub-6 sowie Snapdragon Sound für latenzarmes Bluetooth-Audio. Der G2 Gen 1 setzt auf eine Adreno-A21-GPU, der G1 Gen 1 auf eine Adreno A11. Damit deckt die Reihe von reinem Streaming über lokales Mittelklasse-Gaming bis hin zur leistungsstärksten Android-Handheld-Plattform ein breites Spektrum ab.
Mithun Chandrasekhar, Senior Director of Product Management bei Qualcomm Technologies, fasste die Ausrichtung so zusammen: „Dedicated handheld gaming devices are the best way to experience mobile games. But gamers want to play all their favorite games across devices and ecosystems.“ Die Plattformen sind auf Android ausgelegt und sollen sowohl native Titel als auch Cloud-Streaming-Dienste bedienen.
Referenzdesign und Bedeutung für die Entwicklung
Das Snapdragon G3x Gen 2 Handheld Gaming Reference Design wird an ausgewählte Partner verteilt. Begleitende Spezifikationen nennen ein 6,8-Zoll-Display mit 144 Hz, 12 GB LPDDR5x-Arbeitsspeicher, 256 GB UFS-4.0-Speicher, Stereolautsprecher samt Kopfhöreranschluss, je eine 1080p-Kamera vorne und hinten sowie aktive Kühlung per Lüfter. Als Kooperationspartner nennt Qualcomm unter anderem AyaNeo, Huaqin, Inventec und Thundercomm.
Für die Spieleentwicklung entsteht damit eine standardisierte Hardwarebasis auf Android. Studios können Titel gegen eine definierte Plattform mit Adreno-A32-GPU, Raytracing-Funktion und fester Speicherausstattung optimieren, statt fragmentierte Smartphone-Konfigurationen zu adressieren. AyaNeo hat mit dem Pocket S bereits ein Gerät auf Basis des G3x Gen 2 angekündigt, womit das Referenzdesign zeitnah in marktreife Hardware überführt wird. Die Trennung in drei Leistungsklassen erlaubt Entwicklern zudem, Cloud-Streaming-Erlebnisse für die Einstiegsklasse von rechenintensiven nativen Titeln für die Enthusiasten-Plattform abzugrenzen. Wer sich für die Reichweite solcher Streaming-Angebote interessiert, findet einen passenden Blick in unserem Beitrag zur Xbox-App auf LG-Smart-TVs.
