Start Finanzen Microsoft FY15 10-K: 7,5 Milliarden Dollar Abschreibung auf Phone Hardware und Konzernumbau

Microsoft FY15 10-K: 7,5 Milliarden Dollar Abschreibung auf Phone Hardware und Konzernumbau

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Microsoft FY15 10-K: 7,5 Milliarden Dollar Abschreibung auf Phone Hardware und Konzernumbau
Microsoft FY15 10-K Bericht - Bild: Microsoft

Microsoft hat den Geschäftsbericht 10-K für das am 30. Juni 2015 beendete Fiskaljahr am 31. Juli 2015 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und darin schwarz auf weiss festgehalten, wie das Smartphone-Geschäft zusammenbrach. Im vierten Quartal verbuchte der Konzern Abschreibungen auf Goodwill und Vermoegenswerte von 7,5 Milliarden US-Dollar, alle im Segment Phone Hardware, das aus der Übernahme des Nokia-Gerätegeschäfts (NDS) stammte. Rechnet man 2,5 Milliarden US-Dollar an Integrations- und Restrukturierungskosten hinzu, kommt man auf 10,0 Milliarden US-Dollar. Genau dieser Betrag belastete Nettogewinn und Betriebsergebnis. Der verwässerte Gewinn je Aktie sank um 1,15 US-Dollar.

Die Wirkung reichte bis in die Konzernzahlen. Der Gesamtumsatz kletterte im Fiskaljahr 2015 auf 93,580 Milliarden US-Dollar, nach 86,833 Milliarden im Vorjahr, auch dank des übernommenen Gerätegeschäfts. Der Nettogewinn dagegen rutschte von 22,074 Milliarden auf 12,193 Milliarden US-Dollar, der verwässerte Gewinn je Aktie von 2,63 auf 1,48 US-Dollar. Im Segment selbst legte der Phone-Hardware-Umsatz um 5,5 Milliarden US-Dollar zu. Verkauft wurden 36,8 Millionen Lumia-Geräte und 126,8 Millionen weitere Mobiltelefone, gegenüber 5,8 Millionen beziehungsweise 30,3 Millionen im Rumpf-Vorjahr nach der NDS-Übernahme im vierten Quartal des Fiskaljahres 2014.

Wertberichtigung auf das Nokia-Gerätegeschäft

Den größten Brocken machte die Goodwill-Abschreibung aus. Microsoft buchte 5,1 Milliarden US-Dollar ab und senkte den dem Phone-Hardware-Geschäft zugeordneten Goodwill von 5,4 Milliarden auf 116 Millionen US-Dollar, bereinigt um Effekte der Fremdwährungsumrechnung. Dazu kam eine Abschreibung von 2,2 Milliarden US-Dollar auf immaterielle Vermoegenswerte. Im 10-K steht als Begründung, dass Phone Hardware in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres 2015 die eigenen Ziele bei Absatzmenge und Umsatz verfehlte und der Produktmix geringere Margen brachte als geplant. Hinzu kamen ein verändertes Wettbewerbsumfeld und eine Neubewertung der Geschäftsprioritäten, die zu einer anderen strategischen Ausrichtung und zu nach unten korrigierten Erwartungen an künftige Umsätze, Mengenwachstum und Cashflows führten. Am Ende lag der ermittelte Buchwert über dem geschätzten beizulegenden Zeitwert.

Daneben fielen Restrukturierungsaufwendungen von 2,1 Milliarden US-Dollar an, darunter Abfindungen und Abschreibungen auf einzelne Vermoegenswerte. Im Juni 2015 genehmigte das Management den Phone Hardware Restructuring Plan, der bis zu 7.800 gestrichene Stellen im Fiskaljahr 2016 vorsah. Allein dieser Plan schlug mit 780 Millionen US-Dollar an Restrukturierungskosten zu Buche, für den Phone Hardware Integration Plan kamen 1,3 Milliarden US-Dollar dazu. In der Gewinn- und Verlustrechnung liefen die Aufwendungen unter Impairment, Integration and Restructuring, in der Segmentdarstellung landeten sie im Bereich Corporate and Other.

Drei Engineering-Gruppen als neue interne Struktur

Neben der Wertberichtigung schildert der Geschäftsbericht den internen Konzernumbau. Den Großteil seiner Produkte und Dienste entwickelte Microsoft von da an über drei Engineering-Gruppen. Die Applications and Services Engineering Group bündelte Kerntechnologien in Produktivität, Kommunikation, Bildung und Suche. Die Cloud and Enterprise Engineering Group verantwortete Cloud-Infrastruktur, Server, Datenbanken, CRM, ERP sowie Entwicklungswerkzeuge. Die Windows and Devices Engineering Group fasste die Windows-Plattform über alle Geräteklassen hinweg mit der Hardware-Entwicklung zusammen, dazu zählten Xbox-Konsolen, Surface-Geräte, Lumia-Telefone, weitere Mobiltelefone, Surface Hub und Microsoft Band. Wer den Konzern und seine Konsolensparte weiter verfolgen will, findet bei XboxDev die laufende Berichterstattung.

Berichtet wurde im 10-K weiterhin nach den bestehenden Segmenten der Bereiche Devices and Consumer sowie Commercial. Das Phone-Hardware-Geschäft bestand zum Stichtag aus Lumia-Telefonen mit Windows und weiteren Geräten ohne Lumia-Marke, die seit der NDS-Übernahme am 25. April 2014 produziert und verkauft wurden. Mit der fast vollständigen Abschreibung des zugeordneten Goodwill und den angekündigten Stellenstreichungen besiegelte der Bericht das faktische Ende der groß angelegten Gerätestrategie aus der Nokia-Transaktion.

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