In seinem am 2. August 2017 veröffentlichten Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2017 (Ende 30. Juni 2017) dokumentiert Microsoft eine deutliche Verschiebung in der Erlösstruktur des Spielegeschäfts. Im Segment More Personal Computing ging der Gaming-Umsatz über das Gesamtjahr leicht zurück. Grund war ein sinkender Erlös aus Xbox-Hardware, den das Wachstum bei Software und Services nur teilweise auffing. Der Konzern verortet das Spielegeschäft damit zunehmend bei den wiederkehrenden Erlösen statt beim klassischen Konsolenverkauf.
Hardware-Erlöse sinken, Software und Services legen zu
Laut der Lageberichterstattung (Management Discussion and Analysis) fiel der Hardware-Erlös der Xbox im Geschäftsjahr 2017 wegen niedrigerer Preise und eines gesunkenen Verkaufsvolumens an Konsolen. Dem stand ein Anstieg bei Software und Services gegenüber, den Microsoft vor allem auf höhere Erlöse aus Xbox Live zurückführt, also auf Transaktionen, Abonnements und Werbung. Wie stark dieser Effekt zum Jahresende ausfiel, zeigt die Betrachtung des vierten Quartals: Der Gaming-Umsatz stieg dort um 3 Prozent, die Erlöse aus Software und Services nahmen um 11 Prozent zu, während die Hardware-Erlöse um 29 Prozent zurückgingen.
Das passt zur Stellung der Xbox One im Produktzyklus. Im Geschäftsjahr 2017 prägten Preissenkungen und der Übergang auf die ein Jahr zuvor eingeführte Xbox One S das Plattformgeschäft. Die leistungsstärkere Xbox One X kam erst im November 2017 in den Handel, also bereits im folgenden Geschäftsjahr. Sinkende Konsolenstückzahlen bei gleichzeitig wachsenden Service-Erlösen sind für eine etablierte Konsolengeneration ein gewohntes Muster.
53 Millionen aktive Nutzer bei Xbox Live
Als zentrale Kennzahl für die Plattformnutzung nennt der Bericht die monatlich aktiven Nutzer von Xbox Live. Sie wuchsen im Geschäftsjahr 2017 auf 53 Millionen. Microsoft beschreibt das Gaming-Geschäft als Zusammenspiel aus Hardware einerseits sowie Software und Services andererseits, wobei letztere die Transaktionen, Abonnements und Werbung rund um Xbox Live abdecken. Der Erfolg der Plattform hängt damit stärker an wiederkehrenden und transaktionsbasierten Erlösen als an der reinen Zahl verkaufter Geräte.
Die Verschiebung zeichnet den Weg vor, den Microsoft in den Folgejahren mit Abonnementmodellen und Cloud-Anbindung weiterging. An welche Stelle die Entwicklung sonst noch reicht, lässt sich an der späteren Ausrichtung von Xbox ablesen. Die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2017 zeigen den Punkt, an dem die Service-Seite den Rückgang im Hardware-Verkauf im Quartalsvergleich erstmals klar überkompensierte und das Gaming-Segment über das Gesamtjahr trotz schwächerer Hardware nahezu stabil hielt.