Wer auf der gamescom 2025 im klassischen Ausstellungsbereich nach Wargaming gesucht hat, hat vergeblich gesucht. Keine Standnummer im Hallenplan, kein gewöhnlicher Messestand zwischen den anderen Publishern. Der Entwickler von World of Tanks und World of Warships war trotzdem da, nur eben ganz anders, als es unsere Redaktion erwartet hatte, und genau deshalb ist aus dem Abend ein Erlebnisbericht geworden, der es in sich hat.
Statt eines Stands hatte sich Wargaming gleich eine komplette Eventhalle gemietet, wie XboxDev bereits im Vorfeld berichtete, und daraus unter dem Motto PLAY BIG ein eigenes, privates Event gebaut. Am Wargaming Day, Donnerstag, 21. August 2025, verwandelte sich die Event Arena in Halle 1 auf über 5.000 Quadratmetern in eine eigene kleine Messe im Messegelände, wie unsere Redaktion vor Ort selbst miterlebt hat, mit freiem Eintritt für jeden, der ein gültiges Tagesticket dabei hatte. Gefeiert wurden 15 Jahre World of Tanks und 10 Jahre World of Warships, dazu bekam der neue Titel Steel Hunters ordentlich Bühnenzeit. Unser Chefredakteur, der die Halle am Abend selbst betreten hat, brachte die Kulisse hinterher auf den Punkt: „Das war völliger gestörter Wahnsinn.“ Positiv gemeint, wohlgemerkt, denn beeindruckend war der Aufwand allemal.

World of Tanks: HEAT im NVIDIA-Bereich angespielt
Bevor der Abend musikalisch wurde, führte der erste Weg unserer Redaktion auf das NVIDIA-Event während gamescom. Dort durfte World of Tanks: HEAT angespielt werden, Wargamings taktischer Hero-Fahrzeug-Shooter, der zu diesem Zeitpunkt noch als reine Vorschau ohne offiziellen Release-Termin lief. Unser Chefredakteur, kaum vom Controller loszureißen, fasste seinen ersten Eindruck denkbar knapp zusammen: „Mega geil.“ Spürbar war schon in dieser frühen Version ein deutlich höheres Tempo und ein stärkeres Shooter-Gefühl im Vergleich zur bekannten World-of-Tanks-Reihe, ohne dass die taktische Tiefe der Serie dabei verloren ging.
Für eine Marke, die sonst für gemächliche Panzergefechte steht, war das schon an diesem NVIDIA-Stand ein kleiner Weckruf. Kein Wunder, dass die Warteschlange am Abend nicht kürzer wurde, während im Hintergrund bereits der Soundcheck für die Bühne der Event Arena lief.
SWARM: der Hidden Champion vor Sabaton
Der eigentliche Grund, warum der Abend für unseren Chefredakteur zu einem persönlichen Highlight wurde, hieß aber zunächst gar nicht Sabaton. Als Support-Act betrat SWARM die Bühne, bürgerlich Brandon Carroll aus Jacksonville, Florida, seit Jahren einer der bestgehüteten Geheimtipps der Gaming-Musik-Szene. Seine Horror- und Boss-Battle-Musik verfolgt unser Chefredakteur schon lange, ohne den Musiker je persönlich getroffen zu haben, und ausgerechnet in der Kölner Event Arena hat sich das geändert.
Was dann folgte, war laut, düster und ziemlich intensiv. Der Sound von SWARM brachte die Halle förmlich zum Beben, streckenweise sogar hörbar zum Knarzen, und wer daneben stand, hatte zeitweise das Gefühl, der Mann wolle die komplette Event Arena eigenhändig abreißen. Wer einen ersten Eindruck von diesem Industrial-Sound bekommen will, findet bei SWARM auf YouTube passendes Material, auch wenn ein Livekonzert diese Energie natürlich nur bedingt einfangen kann.
Erst danach betrat der eigentliche Headliner die Bühne. Ab 17:30 Uhr spielte die schwedische Band Sabaton ihr Konzert in der Event Arena und setzte damit einen krönenden Schlusspunkt unter den Abend. Wargaming und Sabaton arbeiten seit Jahren zusammen, unter anderem mit gemeinsamen Musikvideos in World of Tanks, und genau diese Vertrautheit war dem Auftritt auch anzumerken.
Das komplette Sabaton-Konzert von der gamescom 2025 lässt sich im Nachhinein auf YouTube anschauen, und wer den Abend selbst miterlebt hat, wird beim Zuschauen sofort wieder die Bässe der Event Arena in den Ohren haben.
Mehr Community-Fest als reine Zock-Session
Anders als der Name Event Arena vermuten lässt, stand an diesem Abend gar nicht in erster Linie das eigene Zocken im Vordergrund. Der Charakter war deutlich stärker auf Gemeinschaft ausgelegt: eine Community-Lounge mit Sitzgelegenheiten und Verpflegung, in der sich Spieler, Entwickler und Fans in entspannter Atmosphäre austauschen konnten, statt sich nur an Spielstationen abzuwechseln.

Teil dieser Community-Seite des Abends war auch ein kleines Fest mit Tubbz, einem Händler, der früher auf der gamescom selbst groß und aktiv vertreten war und an diesem Abend als Teil des Wargaming-Programms zurückkehrte. Auch das kam bei unserer Redaktion gut an, ein netter, unaufgeregter Kontrast zum lauten Bühnenprogramm nebenan.
Unterm Strich war es dieser Mix aus Anspielstationen, Bühnenshow und Community-Charakter, der den Abend von einem gewöhnlichen Messebesuch abgehoben hat. Trotz fehlendem klassischem Public-Stand hat Wargaming damit eindrucksvoll Präsenz gezeigt, präsenter vermutlich, als es ein einzelner Stand im Ausstellungsbereich je hätte sein können. Wargaming ist gekommen, um zu bleiben.
