Xbox streicht rund 3.200 Stellen und gibt vier Studios ab

Xbox-Chefin Asha Sharma hat in einer internen Mitteilung mit dem Titel „Resetting Xbox“ eine umfassende Restrukturierung angekündigt. Im laufenden Geschäftsjahr 2027 sollen rund 3.200 Stellen wegfallen, 1.600 davon mit sofortiger Wirkung. Zusätzlich verlassen vier Entwicklerstudios die Xbox Game Studios unter neuer Eigentümerschaft. Damit dürfte es die wichtigste Restrukturierung in der 25-jährigen Geschichte der Marke sein.

Vier Studios werden unabhängig oder verkauft

Double Fine Productions und Compulsion Games werden zu unabhängigen Studios und behalten die Rechte an ihrem geistigen Eigentum. Ninja Theory und Undead Labs wechseln zu neuen Eigentümern, erhalten dabei aber laut Sharma weiterhin Finanzierung für die laufenden Projekte Senua und State of Decay 3. Bei Arkane Lyon läuft aktuell die Konsultation mit dem Betriebsrat. Weitere Stellenkürzungen betreffen Activision, Bethesda/ZeniMax, Blizzard, King und Mojang.

Laut Sharma sei es weder möglich noch wünschenswert, jedes einzelne Indie-Studio selbst zu betreiben, wie Gameswirtschaft aus der Mitteilung zitiert. Kein öffentlich angekündigtes Spiel werde durch die Umstrukturierung gestrichen.

Geschäftliche Begründung

„Our business today is not healthy“, schreibt Sharma in der Mitteilung. Die Margen im Xbox-Geschäft lägen 3- bis 10-mal niedriger als bei der Konkurrenz, bei gleichzeitig kleinerer installierter Basis und höherer Kostenstruktur. Game Pass und die Mehrplattform-Strategie seien langsamer gewachsen als erwartet. Wörtlich heißt es: „In a typical year, we lost 64 cents for every dollar we invested.“ Die Branche insgesamt durchlaufe zudem die schwerste Hardware-Krise ihrer Geschichte.

Drei Säulen der Neuausrichtung

Die Restrukturierung stützt sich laut Mitteilung auf drei Bereiche. Beim Portfolio-Reset soll der Fokus künftig auf hochwertigen Inhalten statt auf Masse liegen. Bei der Plattform-Vereinfachung werden die Management-Ebenen von bisher bis zu 14 auf maximal 5 reduziert, die Platform-Teams gelten laut Sharma als 40 Prozent überbesetzt, die Ausgaben für externe Dienstleister sollen um 50 Prozent sinken. Im Rahmen der operativen Umstrukturierung übernimmt Helen Chiang als neue Chief Operating Officer die P&L-Verantwortung, Mojang und King berichten künftig direkt an Sharma. Dave McCarthy verlässt Xbox nach 17 Jahren.

Sharma stellt trotz der Einschnitte eine Rückkehr zum Wachstum in Aussicht: „The next decade of gaming will be larger, more global, and more creative.“ Die Investitionen sollen 2026 auf historischem Niveau bleiben, allerdings fokussierter eingesetzt werden. Xbox rechnet demnach ab 2027 wieder mit Wachstum.

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