Als am 15. November 2001 die erste Xbox-Konsole in Nordamerika auf den Markt kam, definierte ein einzelner Starttitel die Zukunft der gesamten Plattform: Halo: Combat Evolved. Der von Bungie entwickelte Science-Fiction-Shooter etablierte präzise Analogstick-Steuerung auf Konsolen und schuf ein Universum, das Microsofts Gaming-Sparte nachhaltig prägte. Während die Community das runde Jubiläum im Vorfeld des Xbox-Jubiläums-Broadcasts feiert, lohnt ein Blick auf die wechselhafte Entstehungsgeschichte des Projekts.
Vom Mac-Strategiespiel zur Shooter-Vision
In seiner frühesten Entwicklungsphase Ende der 1990er-Jahre war Halo keineswegs als Ego-Shooter für Microsoft-Hardware geplant. Bungie konzipierte den Titel ursprünglich als Echtzeit-Strategiespiel mit Science-Fiction-Hintergrund, basierend auf der Engine der Myth-Reihe. Steve Jobs präsentierte eine frühe Version des Spiels im Juli 1999 persönlich auf der Macworld Expo als technisches Aushängeschild für den Apple Macintosh, damals noch aus einer Third-Person-Perspektive mit Fahrzeugfokus.
Microsoft-Übernahme und Fokus auf die Ego-Perspektive
Die entscheidende Wende markierte der Juni 2000, als Microsoft das Studio Bungie übernahm, um das noch junge Xbox-Projekt mit einem zugkräftigen Exklusivtitel auszustatten. Unter der Leitung von Jason Jones und Marcus Lehto bauten die Entwickler das Spielkonzept grundlegend um: Die Kamera wechselte in die Ego-Sicht, das Schild- und Zweitwaffen-System wurde eingeführt und der Ringplanet Halo rückte in den Mittelpunkt der Handlung.
Der Last-Minute-Multiplayer als Erfolgsfaktor der Konsolen-LANs
Auch der Mehrspielermodus stand bis kurz vor der Fertigstellung auf der Kippe. Ursprünglich als reines Einzelspieler-Abenteuer gedacht, integrierten die Programmierer den Splitscreen- und LAN-Multiplayer erst in den letzten Entwicklungsmonaten. Die Möglichkeit, bis zu vier Konsolen via Ethernet-Kabel für Sechzehn-Spieler-Gefechte zusammenzuschalten, begründete schließlich den legendären Status des Titels auf LAN-Partys und legte das Fundament für den späteren Erfolg von Xbox Live.

