Thomas Bedenk von Exozet stellte auf der Game Developers Conference 2017 Präsenz, Handlungsmacht und soziale Interaktion als Ansatz für VR-Design vor. Seine Session gehörte zur VRDC und fand laut Vortragsfolien am 28. Februar im Moscone Center statt. Es ging um die Gestaltung von Erlebnissen, nicht um einen neuen Engine-Release.
Presence meint das Gefühl, sich in einer virtuellen Umgebung zu befinden. Agency bezeichnet die wahrgenommene eigene Handlungsmacht. Die soziale Ebene betrifft die Begegnung mit anderen Personen. Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Fragen an eine Anwendung; eine überzeugende Darstellung allein beantwortet noch nicht, welche Handlungen möglich sind oder wie andere Teilnehmer wahrgenommen werden.
Avatare und soziale Präsenz im VR-Design
Die Originalfolien unterscheiden Avatare und Agenten und behandeln soziale Präsenz, lokale Mehrspielererlebnisse sowie Gesichtstracking. Als Beispiele tauchen Rec Room, Werewolves Within und Star Trek: Bridge Crew auf. Der Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenspiel von Technik, Gestaltung und menschlicher Wahrnehmung.
Bedenk verbindet zum Abschluss Psychologie, Design und Technik mit einem iterativen Vorgehen. Die Folien sind keine allgemeine Rangliste der VR-Systeme. Aus den genannten Beispielen folgt auch kein Wirksamkeitsnachweis für jedes soziale Spiel oder eine bestimmte Tracking-Hardware.
Technische Funktion und wahrgenommene Interaktion getrennt prüfen
Für Tests lässt sich daraus eine praktische Unterscheidung ableiten: Wird eine Geste korrekt erfasst, ist sie für andere Teilnehmer verständlich und löst sie die erwartete Reaktion aus? Das sind separate Prüffragen. Diese redaktionelle Ableitung ist keine von Bedenk veröffentlichte Testmethodik oder Aussage über seine Projekte.
Bereits auf der SVVR 2016 verbanden VR-Demos Tracking, haptische Eingabegeräte und Anwendungen in Unity oder Unreal Engine. Bedenks Vortrag ergänzt diesen technischen Blick um die Frage, wie Personen ihre Handlungsmöglichkeiten und Mitspieler erleben. Das Beitragsbild ist die Titelkarte aus den offiziellen Vortragsfolien, kein Screenshot einer VR-Anwendung.

