Anders Granlund hat den Entwicklungsstand seiner Umsetzung von Wolfenstein 3D für den Game Boy Color in einem Video demonstriert. Das Projekt nutzt nicht allein die Rechenleistung des Nintendo-Handhelds: Im selbst entwickelten Spielmodul sitzt ein zusätzlicher ARM-Prozessor. Die Demonstration ist als Work in Progress gekennzeichnet.
Zusätzliche Rechenleistung im Spielmodul
Die technische Projektdokumentation aus dem Dezember 2016 beschreibt einen NXP KE04 mit ARM Cortex-M0, 48 MHz, 128 KB Flash und 16 KB RAM. Ein Dual-Port-SRAM ermöglicht den Datenaustausch zwischen Handheld und Coprozessor. Das Modul enthält außerdem einen MBC1-Speichercontroller und Flash-Speicher. Versorgt wird der Aufbau über die Batterien des Game Boy.
Der Coprozessor erzeugt die Darstellung und bereitet sie für die kachelbasierte Grafik des Handhelds auf. Dabei begrenzen nicht nur Rechenzeit und Speicher das Ergebnis. Für die Farbdarstellung muss Granlund auch die acht Paletten mit jeweils vier Farben berücksichtigen. Pro Bildkachel wird eine passende Palette gewählt; das schränkt die Farbwiedergabe gegenüber der PC-Vorlage ein.
Erste Episode, noch keine vollständige Umsetzung
Der dokumentierte Stand enthält zehn Level der ersten Episode, drei Gegnertypen und grundlegende Spiellogik. Einige Menüs und Abschlussbildschirme fehlen noch. Mit etwa 123 KB von 128 KB ist der Flash-Speicher des Coprozessors bereits weitgehend belegt.
Anders als Modifikationen an Display, Taktung oder Audio eines Game Boy erweitert dieser Ansatz das Spielmodul selbst. Die Demonstration zeigt daher keine unveränderte PC-Fassung auf Standardhardware, sondern das Zusammenspiel einer angepassten Umsetzung mit zusätzlicher Elektronik.

