Sascha Rossier hat am 29. August 2016 die Kosten seines selbst gebauten virtuellen Flippers Vegapin beziffert: knapp 2.400 Schweizer Franken, ohne die Arbeitszeit. Nach seiner Darstellung stecken etwa 20 Personentage in dem Projekt, verteilt über fünf Monate. Das bereits im Juli fertiggestellte Gerät besitzt ein eigenes Gehäuse statt eines ausgeschlachteten Flipperautomaten.
Ein 43-Zoll-Bildschirm übernimmt das Spielfeld, ein 24-Zoll-Display den Kopfaufsatz. Auf einem Windows-10-PC läuft Pinball FX 2 über Steam. Rossiers Video des fertigen Gehäuses dokumentiert den Aufbau mit Beleuchtung und individuell gestalteten Verkleidungen.
PC-Hardware trifft auf Schreinerarbeit
Im Rechner arbeiten ein Intel Core i5-6600K, eine Gigabyte GTX 950 Xtreme R und 8 GB DDR4-Arbeitsspeicher. Das Gehäuse entstand aus MDF und Buchenholz. Rossier entwickelte die Form zunächst am Computer und erprobte die Position der Bildschirme vor dem endgültigen Zusammenbau. Ein Video des frühen Testaufbaus zeigt diese Phase noch ohne das spätere Gehäuse.
Der Aufbau unterscheidet sich damit deutlich vom Raspberry Pi Zero im Gehäuse eines Xbox-Controllers: Vegapin integriert nicht nur einen Rechner in vorhandene Eingabehardware, sondern erhält eigens angefertigte Flipper-Bedienelemente, Bildschirme und ein tragendes Möbelgehäuse.
Vibrationen und Licht müssen zum Gehäuse passen
Zwei Vibrationsmotoren liefern mechanische Rückmeldung. Eine zunächst verwendete Rohrschelle erwies sich laut Bautagebuch als zu nachgiebig, um die Vibrationen ausreichend auf das Gehäuse zu übertragen. Rossier konstruierte deshalb Halterungen mit Verdrehschutz und fertigte sie im 3D-Druck. Auch Lautsprecherabdeckung, Dekoration und weitere Bauteile stammen aus dem Drucker.
Für die Beleuchtung nennt die Dokumentation zwei LED-Wiz-Controller und RGB-Module. Nach den ersten längeren Spielsitzungen kam eine weitere Änderung hinzu: Das beleuchtete Logo im Kopfaufsatz spiegelte sich störend in der Plexiglasabdeckung des Spielfelds. Eine zusätzlich gedruckte kleine Blende begrenzte diese Reflexion. Der dokumentierte Aufwand betrifft damit nicht nur die Rechenleistung, sondern auch die Abstimmung von Licht, Materialien und mechanischer Rückmeldung.

