ZeniMax Workers United-CWA und Microsoft erzielen ersten Tarifvertrag der US-Gameindustrie

Die ZeniMax Workers United-CWA und Microsoft haben nach knapp zwei Jahren Verhandlungen eine vorläufige Tarifeinigung erzielt, wie die Communications Workers of America (CWA) am 30. Mai 2025 mitgeteilt haben. Betroffen sind über 300 Beschäftigte aus der Qualitätssicherung des Microsoft-Tochterunternehmens ZeniMax Media, organisiert in den CWA Locals 2100, 2108 und 6215. Es handelt sich nach Angaben der Gewerkschaft um den ersten Tarifvertrag für die Qualitätssicherung in der US-Gameindustrie.

Die betroffenen QA-Beschäftigten arbeiten an Standorten in Maryland und Texas. Die Verhandlungen über einen ersten Tarifvertrag liefen über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren. Im Anschluss an die Einigung waren Informationsveranstaltungen für die Mitglieder vorgesehen. Eine Ratifizierungsabstimmung sollte bis zum 20. Juni 2025 abgeschlossen sein.

Inhalte der vorläufigen Einigung

Die vorläufige Vereinbarung umfasst branchenweit ausgerichtete Lohnerhöhungen sowie neu definierte Mindestgehälter. Hinzu kommen Schutzregelungen gegen willkürliche Entlassungen, festgelegte Beschwerdeverfahren sowie eine Credit-Policy, die den Beitrag der QA-Beschäftigten an den entwickelten Spielen ausdrücklich anerkennt. Damit werden Punkte vertraglich fixiert, die in der Gameentwicklung bislang häufig informell geregelt waren.

Bestandteil der Einigung ist zudem eine zuvor angekündigte Regelung zum Einsatz künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz. Sie betrifft die Frage, wie KI im Arbeitsumfeld der QA-Beschäftigten eingeführt und implementiert wird. Eine solche KI-Klausel ist in Tarifverträgen der Gameentwicklung bislang ungewöhnlich und rückt die Auswirkungen von Automatisierung auf die Qualitätssicherung in den Vordergrund.

Stimmen der Gewerkschaft und Präzedenzfall für Microsoft

CWA-Präsident Claude Cummings Jr. erklärte, Beschäftigte der Gameindustrie zeigten erneut, dass kollektive Organisation Wirkung entfalte. Page Branson, Senior II QA Tester, verwies darauf, dass QA-Beschäftigte landesweit weiterhin Veränderungen in der Branche vorantrieben. Johnny Brown, Präsident des Local 2108, bezeichnete die Vereinbarung als Ausdruck des Engagements der Beschäftigten für Gleichbehandlung und Anerkennung in einem lange unterbewerteten Tätigkeitsfeld.

Für die Gameentwicklung unter dem Dach von Microsoft schafft die Einigung einen Präzedenzfall im Arbeitsrecht. Microsoft hatte sich gegenüber der CWA zu einer Neutralitätsvereinbarung verpflichtet, die Organisierungsprozesse innerhalb des Konzerns erleichtert. Die nun erzielte vorläufige Tarifeinigung zeigt, wie diese Rahmenbedingungen in einen konkreten Vertrag für Beschäftigte der Qualitätssicherung münden können. Schon im Zuge der Activision-Blizzard-Übernahme hatte die CWA das Verhältnis zu Microsoft als möglichen Wegbereiter für gewerkschaftliche Organisation im Konzern beschrieben.

Weitere News

Weitere News

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein