Mehrere Hundert gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der zu Microsoft gehörenden ZeniMax Studios haben einen Streik durchgeführt, der einen Tag dauerte. Die in ZeniMax Workers United-CWA zusammengeschlossenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legten am 13. November 2024 die Arbeit nieder und richteten ihre Forderungen direkt an die Konzernmutter. Seit der Übernahme von ZeniMax durch den Konzern ist es der erste Streik bei einem Microsoft-Studio.
Gestreikt wurde an mehreren Standorten in Maryland und Texas, unter anderem in Hunt Valley und Rockville sowie in Austin und Richardson. Die Gewerkschaft vertritt nach eigenen Angaben mehr als 300 Beschäftigte aus der Qualitätssicherung. Gegründet hatte sie sich im Januar 2023, als erste Spieleentwickler-Gewerkschaft innerhalb von Microsoft.
Streitpunkte Homeoffice und Auslagerung der Qualitätssicherung
Zwei Punkte stehen im Zentrum des Konflikts. Erstens kritisiert die Gewerkschaft, dass die Möglichkeiten für Homeoffice eingeschränkt wurden. Zweitens wehrt sie sich gegen die Entscheidung, interne Aufgaben der Qualitätssicherung an externe Dienstleister zu vergeben. Laut CWA geschah diese Auslagerung ohne vorherige Mitteilung und ohne Verhandlung mit der Gewerkschaft, sodass interne QA-Arbeit praktisch durch externe ersetzt werde. Schon im Oktober 2024 hatte die CWA eine Beschwerde wegen unlauterer Arbeitspraktiken (Unfair Labor Practice Charge) eingereicht.
Die Beschäftigten verweisen auf die angespannte Lage der Branche und auf ihre Sorge um die Arbeitsplatzsicherheit, nachdem es in der Spieleindustrie zu umfangreichen Entlassungen gekommen ist. Dylan Burton, Senior Quality Assurance Tester, sagte: „What we want to get out of this is job security. Our employer needs to meet us on these issues.“ Juniper Dowell, ebenfalls Senior Quality Assurance Tester, erklärte: „Hopefully between the ULP and this strike we can convince Microsoft to stop dragging their feet.“
Mehr Druck am Verhandlungstisch
Mit dem eintaegigen Ausstand spitzt sich der laufende Tarifkonflikt zwischen ZeniMax Workers United-CWA und dem Arbeitgeber weiter zu. Die Gewerkschaft betont, dass sie nicht gegen jede Auslagerung an sich kaempft, sondern das Vorgehen ohne Ankündigung und ohne Verhandlung beanstandet. Die Arbeitsniederlegung soll den Druck in den Verhandlungen erhöhen. Eine öffentliche Reaktion von Microsoft auf die konkreten Vorwürfe gab es zum Zeitpunkt des Streiks nicht.
