Am 12. Mai 2005 zeigte Microsoft die Xbox 360 zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. Die Premiere lief nicht über eine klassische Branchenmesse, sondern in der halbstündigen Fernsehsendung „MTV Presents: The Next-Generation Xbox Revealed“. Moderator war Elijah Wood, für die Musik sorgten The Killers. Der Auftritt zielte damit klar auf ein Massenpublikum und nicht nur auf die Fachwelt. Gezeigt wurde neben der Konsole der kabellose Controller, der serienmäßig dabei war. Die kabelgebundene Variante rückte damit zum Sonderfall. Wer mehr zur Geschichte der Xbox 360 sucht, wird auch in späteren Community-Debatten fündig.
Drei Kerne, ATI-Grafik und ein Controller ohne Kabel
Technisch baute Microsoft auf eine PowerPC-Architektur mit drei Kernen und einen Grafikprozessor von ATI. Das Unternehmen nannte eine Gleitkommaleistung von über einem Teraflop und verbaute mehr als 512 MB Arbeitsspeicher. Die Konsole war für hochauflösende Ausgabe gedacht, beherrschte progressive Bildausgabe und spielte DVDs ab. Beim Eingabegerät drehte das Team die übliche Reihenfolge um. Statt eine kabelgebundene Lösung nachträglich vom Kabel zu befreien, war der Xbox Wireless Controller von Anfang an drahtlos, während die kabelgebundene Version die Kompromisse mitnahm. Dazu kamen austauschbare Frontblenden, die intern „Faces“ hießen.
Xbox Live in zwei Stufen und Start zum Weihnachtsgeschäft
Den Onlinedienst Xbox Live teilte Microsoft in zwei Stufen. Die kostenlose Silver-Stufe lag jeder Konsole bei und brachte Gamer-Profile, Sprachkommunikation und Zugang zum Marketplace für herunterladbare Inhalte. Für den Mehrspielerbetrieb brauchte es die kostenpflichtige Gold-Stufe, neue Mitglieder bekamen einen kostenlosen Probemonat. Den Marktstart legte Microsoft auf das Weihnachtsgeschäft 2005, und zwar gleichzeitig in Nordamerika, Europa und Japan. Robbie Bach, damals Chief Xbox Officer, sagte dazu: „Starting today with Xbox 360, our ambition is to transform the way people play games and have fun.“ Zum Startaufgebot gehörten unter anderem Call of Duty 2, Madden NFL 06, Perfect Dark: Zero und Project Gotham Racing 3.
