Das Wine-Projekt hat am 19. Dezember 2015 die stabile Version 1.8 veröffentlicht. Die Ausgabe erweitert den Windows-API-Nachbau um DirectWrite, Direct2D und einen neuen Audiotreiber. Zusätzlich unterstützt Wine Teile von Direct3D 11 und öffnet damit weitere Wege für Windows-Anwendungen und Spiele unter Linux.
Der offizielle Projektspiegel führt Wine 1.8 als stabile Veröffentlichung. Die Direct3D-11-Unterstützung blieb dabei auf einen Teil der Schnittstelle begrenzt. Für die damalige Entwicklungsarbeit bedeutete das vor allem, dass einzelne Windows-Grafikfunktionen unter Linux verfügbar wurden, ohne eine vollständige Nachbildung der Microsoft-API zu versprechen.
Direct3D 11 bleibt teilweise
Wine 1.8 zielte nicht auf eine komplette Direct3D-11-Implementierung. Das Team ergänzte ausgewählte Funktionen und führte die Arbeit an der Kompatibilitätsschicht schrittweise weiter. Für Spieleentwickler und Tester war der Stand deshalb als technische Zwischenstufe interessant: Windows-Builds konnten unter Linux mit mehr Grafikpfaden erprobt werden, die Abdeckung blieb aber vom jeweiligen Programm abhängig.
Neue Windows-Komponenten und Audiounterstützung
Neben Direct3D 11 nannte die Veröffentlichung neue Implementierungen für DirectWrite und Direct2D. Beide Komponenten werden von Windows-Programmen für Schrift- und 2D-Ausgaben genutzt. Hinzu kam ein neuer Audiotreiber. Zusammen mit den Grafikfunktionen verbesserte das die technische Basis für Anwendungen, die Windows-Schnittstellen unter Linux benötigen.
Die Entwicklung stand im Umfeld der Low-Level-Grafikarbeit, die Microsoft ein Jahr zuvor mit DirectX 12 vorgestellt hatte. Wine verfolgte dabei einen anderen Ansatz: Die Software bildete Windows-Schnittstellen nach, damit vorhandene Programme auf Unix-Systemen laufen konnten.
