Das World Wide Web Consortium (W3C) hat am 6. Juli 2017 einen Hintergrundbericht zu Encrypted Media Extensions veröffentlicht. EME beschreibt eine gemeinsame Programmierschnittstelle, über die Webanwendungen Verschlüsselungssysteme erkennen, auswählen und ansprechen können.
EME selbst definiert kein DRM-System. Die Schnittstelle verbindet Webanwendungen mit einem Content Decryption Module und überlässt die eigentliche Inhaltsverschlüsselung den jeweiligen Systemen. Als gemeinsame Mindestfunktion sieht die Spezifikation Clear Key vor, während die Unterstützung von EME für Browser freiwillig bleibt.
Technische Schnittstelle für geschützte Inhalte
Die W3C-Dokumentation beschreibt EME als Teil der Webplattform. Die Kommunikation mit geschützten Medien findet innerhalb des Browsers statt, wodurch ältere Erweiterungen wie Flash oder Silverlight für diese Aufgabe entfallen können. Zusammen mit Media Source Extensions lässt sich die Wiedergabe adaptiver Medienströme steuern.
Für Entwickler bedeutet der Ansatz eine einheitliche Schnittstelle zu mehreren Schlüssel- und Entschlüsselungssystemen. Das Webprojekt muss dabei nicht jedes System im Detail kennen, sondern arbeitet mit den vom Browser bereitgestellten Funktionen. Die frühere Abkehr von einem proprietären Browserverfahren zugunsten von WebAssembly beschrieb bereits der Bericht zu Chrome und PNaCl.
Zugänglichkeit bleibt Teil der Plattform
Im Hintergrundbericht geht das W3C auch auf Zugänglichkeit, Sicherheit und Datenschutz ein. Untertitel, Transkripte und Audiodeskriptionen sollen unabhängig von der Verschlüsselungsebene über die Webplattform erreichbar bleiben. EME regelt dafür die Wiedergabe geschützter Inhalte, nicht die Übertragung oder Bedienung dieser Zusatzinformationen.

