Vivendi stoppt Pläne für Ubisoft-Übernahme für sechs Monate

Vivendi will in den sechs Monaten nach dem 16. November 2017 keine Kontrolle über Ubisoft übernehmen. Das geht aus dem Quartalsbericht des französischen Medienkonzerns hervor. Vivendi kündigte darin außerdem an, die Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent der Stimmrechte nicht zu erhöhen.

Zum Hintergrund gehört die seit 2015 ausgebaute Beteiligung an Ubisoft. Vivendi hielt nach eigenen Angaben rund 26 Prozent des Spielepublishers und erwartete für den 23. November zusätzliche Stimmrechte aus länger gehaltenen Aktien. Die Beteiligung an Ubisoft, die bereits zuvor im Mittelpunkt einer Untersuchung der französischen Börsenaufsicht gestanden hatte, blieb damit ein zentraler Bestandteil der Games-Strategie von Vivendi.

Keine Vertretung im Verwaltungsrat

Vivendi erklärte zugleich, wegen des Widerstands der Ubisoft-Geschäftsführung keinen Sitz im Verwaltungsrat anzustreben. Der Konzern behielt sich damit seine Beteiligung und die weitere Tätigkeit im Spielebereich vor, setzte die unmittelbare Annäherung an die Kontrollschwelle aber vorerst aus.

Als Begründung für das langfristige Interesse verwies Vivendi auf den Wert seiner Videospielinvestitionen. Die Tochter Gameloft war vollständig in den Konzern integriert, während die Beteiligung an Ubisoft laut Bericht einen nicht realisierten Buchgewinn von mehr als einer Milliarde Euro aufwies.

Übernahmekonflikt bleibt für Ubisoft relevant

Für Ubisoft änderte die Erklärung die Eigentümerstruktur nicht. Sie nahm dem Publisher jedoch kurzfristig den Druck, unmittelbar mit einem öffentlichen Übernahmeangebot rechnen zu müssen. Nach französischem Recht hätte ein Überschreiten der relevanten Schwelle zusätzliche Schritte ausgelöst.

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