Die Marktwächter-Experten der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz haben am 8. Oktober 2018 Outfit7 Limited und Green Tea Games Limited abgemahnt. Beanstandet wurden In-App-Käufe von bis zu 109,99 Euro mit einem Klick sowie aufdringliche Pop-up-Werbung in den Kinder-Apps My Talking Angela und Dog Run.
Die Verbraucherzentrale stufte beide Apps als Angebote ein, die sich durch ihre Gestaltung vor allem an jüngere Kinder richten. My Talking Angela von Outfit7 dreht sich um ein virtuelles Katzenbaby. Green Tea Games betreibt mit Dog Run ein Jump-and-Run-Spiel, in dem ein Hundewelpe Hindernissen ausweicht und Münzen sammelt. Beide Spiele waren ohne Altersbeschränkung freigegeben.
Virtuelle Währung und Pop-up-Werbung
In My Talking Angela konnten Nutzer Diamanten und Münzen kaufen, um die Katze schneller wachsen zu lassen oder virtuelle Gegenstände zu erwerben. Die Verbraucherzentrale nannte einzelne Preise von 99,99 Euro beziehungsweise 109,99 Euro, abhängig vom Betriebssystem. Bei Dog Run kritisierte das Marktwächter-Team ebenfalls die Möglichkeit, mit einem einzelnen Kauf einen hohen Betrag für In-Game-Währung auszugeben.
Zusätzlich bemängelten die Verbraucherschützer wiederkehrende Pop-ups mit Kaufaufforderungen, Rabattversprechen und digitalen Countdown-Anzeigen. Die Kritik betraf damit nicht nur die Höhe einzelner Preise, sondern auch die Gestaltung des Kaufprozesses. Ein früherer Bericht zur USK und zu Jugendschutzfragen bei Spielen hatte bereits beschrieben, wie Altersfreigaben und Verbraucherschutz in die Veröffentlichung digitaler Spiele hineinwirken.
Frist für Unterlassungserklärungen
Das Marktwächter-Team forderte beide Anbieter auf, die aus seiner Sicht unlauteren Praktiken zu beenden. Outfit7 und Green Tea Games sollten bis zum 17. Oktober 2018 eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben. Die Mitteilung beschrieb damit den Stand der Abmahnungen vom 8. Oktober und enthielt noch keine abschließende Entscheidung der Anbieter.

