Arkane Lyon: Gewerkschaft wirft Microsoft Einstellungsstopp vor, Ubisoft prüft Übernahme

Schwere Vorwürfe gegen Microsoft und parallele Übernahmegespräche bewegen das französische Studio Arkane Lyon. Die französische Gewerkschaft für Beschäftigte in der Spielebranche, Syndicat des travailleureuses du jeu vidéo (STJV), wirft Microsoft vor, die Entwicklung von Marvel’s Blade durch einen 19-monatigen Einstellungsstopp behindert zu haben. Gleichzeitig berichtet GamesIndustry.biz unter Berufung auf Bloomberg, dass Ubisoft zu drei Interessenten gehört, die mit Microsoft über einen Kauf des Studios verhandeln.

Nach Angaben der STJV verläuft die Arbeit an Marvel’s Blade inhaltlich planmäßig und erreiche die gewohnte Qualität des Studios. Der langwierige Einstellungsstopp habe jedoch zu Verzögerungen und Zusatzkosten geführt, die Microsoft nun als wirtschaftliche Rechtfertigung für eine Schließung anführe. Die Gewerkschaft schreibt von einer Sabotage des finanzierten Spiels durch den Konzern. Arkane sei profitabel, wenn auch nicht im von Microsoft gewünschten Ausmaß.

Konsultationsfrist bis Dezember und Übernahmeoptionen

Den 217 Beschäftigten sowie freien Mitarbeitern in Lyon droht der Arbeitsplatzverlust, falls kein Käufer gefunden wird. Microsoft hatte zunächst eine Frist bis zum 13. November gesetzt, diese aber um einen Monat bis zum 13. Dezember verlängert. Die Gewerkschaft fordert ein Mitspracherecht der Belegschaft bei der Käuferauswahl, einen Absicherungsfonds für mindestens zwei Jahre sowie Abfindungen von 200.000 Euro pro Beschäftigtem im Schließungsfall.

Nach Bloomberg-Informationen führt Ubisoft als eines von drei Unternehmen Gespräche über den Erwerb von Arkane Lyon. Ubisoft befindet sich selbst in einer Umstrukturierung in sechs Creative Houses. Daneben soll Microsoft auch eine Übergabe des Studios an das eigene Management prüfen, ähnlich wie zuvor bei Double Fine Productions. Bislang liegt keine Einigung mit einem Käufer vor.

Bereits Ende Oktober hatte Microsoft die Frist für den Konsultationsprozess bei Arkane Lyon verlängert. Eine offizielle Stellungnahme von Microsoft zu den Gewerkschaftsvorwürfen liegt noch nicht vor.

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