Unity Q1 2026: Umsatz wächst um 17 Prozent, hoher Verlust durch ironSource-Abschreibungen

Unity Software hat das erste Quartal 2026 mit einem Umsatzplus abgeschlossen, zugleich aber einen deutlich höheren Nettoverlust ausgewiesen. Der Konzern meldete für die drei Monate bis zum 31. März 2026 einen Umsatz von 508,2 Millionen US-Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 435 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 17 Prozent. Der Nettoverlust stieg im gleichen Zeitraum von 77,9 Millionen auf 346,9 Millionen US-Dollar. Ein wesentlicher Faktor waren Wertminderungen im Zusammenhang mit dem Ende des ironSource Ads Network und der geplanten Veräußerung des Mobile-Publishing-Geschäfts Supersonic.

Grow Solutions legt deutlich zu

Das stärkere Wachstum kam vor allem aus dem Bereich Grow Solutions. Dort stieg der Umsatz von 285 Millionen auf 352 Millionen US-Dollar. Unity verweist dabei auf das Wachstum im Unity Ad Network, insbesondere durch Unity Vector. Gegenläufig wirkten rückläufige Umsätze aus dem IronSource Ad Network.

Create Solutions entwickelte sich dagegen verhaltener. Der Bereich erzielte 157 Millionen US-Dollar Umsatz, nach 150 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Unity begründet das Plus mit höheren Subscription-Einnahmen. Gedämpft wurde die Entwicklung durch niedrigere Umsätze aus Cloud- und Hosting-Diensten, die das Unternehmen mit dem Portfolio-Reset aus dem Jahr 2025 in Verbindung bringt.

In der strategischen Umsatzbetrachtung weist Unity 432,4 Millionen US-Dollar aus. Das entspricht einem Plus von 35 Prozent. Strategic Grow Revenue stieg um 49 Prozent auf 278,7 Millionen US-Dollar, Strategic Create Revenue um 15 Prozent auf 153,7 Millionen US-Dollar. Die nicht-strategischen Umsätze gingen dagegen um 34 Prozent auf 75,8 Millionen US-Dollar zurück.

Abschreibungen belasten das Ergebnis

Der hohe Nettoverlust ist vor allem auf Wertminderungen zurückzuführen. Unity beziffert diese Belastungen auf 279 Millionen US-Dollar. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Auslaufen des ironSource Ads Network und der geplanten Trennung von Supersonic. Die GAAP-Nettoverlustmarge lag damit bei 68 Prozent.

Operativ zeigt das Quartal ein anderes Bild. Das bereinigte EBITDA lag bei 138,3 Millionen US-Dollar, nach 83,9 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich von 19 auf 27 Prozent. Auch der Cashflow entwickelte sich positiv: Der operative Cashflow erreichte 71,3 Millionen US-Dollar, der freie Cashflow 66,5 Millionen US-Dollar. Ende März verfügte Unity über liquide Mittel und Restricted Cash von rund 2,15 Milliarden US-Dollar.

ironSource bleibt ein strategischer Einschnitt

Unity hatte ironSource 2022 übernommen. Die Plattform war auf App-Monetarisierung und Nutzerwachstum ausgerichtet. In der Entwickler-Community wurde ironSource später auch im Zusammenhang mit der umstrittenen Runtime Fee diskutiert, die Unity 2023 angekündigt und nach massiver Kritik wieder zurückgenommen hatte. Kurz darauf trat der damalige CEO John Riccitiello zurück.

Mit dem Auslaufen des ironSource Ads Network und der geplanten Veräußerung von Supersonic setzt Unity die Bereinigung des Portfolios fort. Das Unternehmen richtet den Fokus stärker auf strategische Umsatzbereiche, darunter Unity Vector, die Werbeplattform und neue KI-Werkzeuge für Entwickler. Für das zweite Quartal 2026 erwartet Unity einen Umsatz zwischen 505 und 515 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 130 und 135 Millionen US-Dollar liegen.

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