UK-Spielebranche verabschiedet elf Prinzipien zu bezahlten Loot Boxes

Der britische Branchenverband UK Interactive Entertainment (Ukie) hat am 18. Juli 2023 elf Industrie-Prinzipien zu bezahlten Loot Boxes veröffentlicht. Hinter der Selbstverpflichtung steht eine technische Arbeitsgruppe, die das Department for Culture, Media and Sport (DCMS) einberufen hatte. Ziel ist es, dass Minderjährige keine Loot Boxes mehr ohne Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten kaufen können. Außerdem sollen alle Spielenden Ausgabenkontrollen nutzen und auf transparente Informationen zugreifen können. Die britische Regierung begrüßte die Leitlinien und drängte auf eine Umsetzung im gesamten Sektor.

Acht Sitzungen bis zur Empfehlung

Die technische Arbeitsgruppe des DCMS kam zwischen September 2022 und Juni 2023 insgesamt acht Mal zusammen. Am Tisch saßen große Publisher und Plattformbetreiber: Electronic Arts, Microsoft, Sony, Ubisoft, Nintendo und Activision Blizzard, dazu Apple und Google. Beteiligt waren außerdem die Games Rating Authority, das Information Commissioner’s Office und die Competition and Markets Authority. Parallel dazu setzten DCMS und die Games Rating Authority ein Players and Parents Panel ein, das sich zwischen Dezember 2022 und März 2023 drei Mal traf und Rückmeldungen zu den Vorschlägen lieferte. Empfohlen wurden die elf Prinzipien von dieser Arbeitsgruppe, veröffentlicht hat sie anschließend Ukie als Verband.

Inhaltlich geht es um technische Kontrollen, die Minderjährigen den Kauf von Loot Boxes ohne elterliche Zustimmung verwehren, und um eine Offenlegung, ob ein Spiel überhaupt Loot Boxes enthält, noch vor Kauf oder Download. Dazu kommen verpflichtende Wahrscheinlichkeitsangaben für die enthaltenen virtuellen Gegenstände, ein Expertenpanel zur Altersverifikation und die Unterstützung des Video Games Research Framework. Geregelt werden ebenso der Umgang mit dem nicht autorisierten Drittverkauf von Loot-Box-Inhalten und kulante Rückerstattungen bei nicht autorisierten Käufen.

Eine Million Pfund für die Aufklärung der Eltern

Eine der ersten konkreten Maßnahmen ist eine öffentliche Informationskampagne, die auf drei Jahre angelegt ist und eine Million Pfund kostet. Gestartet ist sie im Juli 2023 mit der Rundfunkmoderatorin Judi Love. Sie soll Eltern zeigen, wie sich In-Game-Käufe und Bildschirmzeit über elterliche Kontrollen steuern lassen. Das elfte Prinzip schreibt eine Zusammenarbeit mit der Regierung fest: Nach zwölf Monaten soll gemessen werden, wie wirksam die Leitlinien sind, danach folgen regelmäßige Überprüfungen.

Minister John Whittingdale nannte die Prinzipien einen deutlichen Fortschritt, damit Spielende Videospiele verantwortungsvoll und sicher genießen könnten. Ukie-Co-CEO Daniel Wood sagte, die gemeinsamen Prinzipien gäben eine klare Richtung für das weitere Vorgehen vor. Die Regierung will ihre Position zu möglichen künftigen gesetzlichen Optionen weiter prüfen.

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