Twitch flexibilisiert das Ads Incentive Program: 55 Prozent Werbeumsatz ohne Monatsbindung

Twitch baut sein Ads Incentive Program um und gibt teilnehmenden Partnern ab April 2023 deutlich mehr Spielraum. Wie die Amazon-Tochter am 9. März 2023 angekündigt hat, entfällt die bisherige Monatsbindung. Partner können jederzeit einsteigen, pausieren oder zwischen den Optionen wechseln, ohne sich für einen ganzen Kalendermonat festzulegen. Eine einmal getroffene Wahl läuft automatisch weiter und muss nicht jeden Monat neu bestätigt werden.

Im Zentrum steht die Werbeumsatzbeteiligung. Wer pro Stunde mindestens drei Minuten Werbung ausspielt, erhält 55 Prozent des Netto-Werbeumsatzes. Wer unterhalb dieser Schwelle bleibt, fällt auf 30 Prozent Netto-Beteiligung zurück. Die Drei-Minuten-Vorgabe ist der Startwert. Twitch behält sich vor, sie je nach Land und Größe des Publikums anzupassen. Über den Ads Manager lässt sich die Werbeausspielung über die drei Standardempfehlungen hinaus konfigurieren, wobei der Satz von 55 Prozent erhalten bleibt, solange das Minimum erfüllt ist.

Schätzwerte statt fester Auszahlungen

Mit der Neuausrichtung ersetzt Twitch die bisherigen festen Auszahlungsbeträge durch Umsatzschätzungen. Partner erhalten monatlich aktualisierte Schätzwerte zu ihren zu erwartenden Einnahmen, die sich an der tatsächlichen Werbeleistung orientieren. Diese Kopplung an reale Anzeigenumsätze verlagert das Modell von einer planbaren Pauschale hin zu einer leistungsabhängigen Beteiligung. Für Creator von Twitch bedeutet das eine engere Verzahnung von ausgespielten Werbeminuten und Auszahlung. Eine Benachrichtigungsmail mit den Details kündigte das Unternehmen für den 15. März an.

Werbung als Stellschraube der Creator-Vergütung

Die Werbemonetarisierung rückt damit zur zentralen Größe der Partnervergütung. Zwischen 55 und 30 Prozent liegt eine spürbare Lücke, und die setzt einen klaren Anreiz, regelmäßig Werbung zu schalten. Zugleich senkt der Wegfall der Monatsbindung den organisatorischen Aufwand. Wer streamt, kann seine Werbephasen an feste Sendepläne und die Gewohnheiten des Publikums knüpfen, statt sich für 30 Tage zu binden. Dass die Mindestminuten je nach Land und Reichweite variieren, deutet auf eine differenzierte Steuerung nach Markt und Kanalgröße hin. An der Format-Schraube dreht Twitch ohnehin weiter, wie zuletzt das parallele Streaming in Hoch- und Querformat zeigte.

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