Toshiba Memory kauft Lite-Ons SSD-Sparte für 165 Millionen US-Dollar

Toshiba Memory Holdings Corporation hat am 30. August 2019 eine verbindliche Vereinbarung mit LITE-ON Technology Corporation unterzeichnet, um das SSD-Geschäft des taiwanischen Unternehmens für 165 Millionen US-Dollar zu übernehmen. Im Paket enthalten sind sämtliche Mitarbeiter, Patente, Fertigungsanlagen, das komplette Inventar und die Endkundenmarke Plextor sowie bestehende Vertriebskanäle im Zwischen- und OEM-Handel. Der Abschluss der Transaktion wird für die erste Hälfte 2020 erwartet und steht noch unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Lite-On beliefert vorwiegend OEM-Kunden; im Einzelhandel tritt das Unternehmen unter der Marke Plextor auf. 2019 brachte die Marke keine neuen SSDs auf den Markt. Mit dem Kauf will Toshiba Memory seine Position im wachsenden SSD-Segment für PCs und Rechenzentren deutlich ausbauen. Nobuo Hayasaka, amtierender Präsident und CEO von Toshiba Memory Holdings, beschreibt den Schritt als strategische Ergänzung: Das SSD-Geschäft von Lite-On passe zur eigenen Ausrichtung und schaffe Kapazitäten für die steigende Nachfrage aus Cloud-Diensten.

Kioxia ab 1. Oktober 2019

Parallel kündigt Toshiba Memory an, sich zum 1. Oktober 2019 in Kioxia umzubenennen. Der neue Name soll eine interne Neuausrichtung nach außen sichtbar machen. Das ursprüngliche Toshiba als Festplattenhersteller bleibt davon getrennt und weiterhin unter eigenem Namen aktiv. Toshiba hatte seinen Speicherbereich im April 2017 ausgegliedert; das Unternehmen gilt als einer der Pioniere des NAND-Flash-Speichers, den Toshiba 1987 erfand.

Preisverfall bei NAND-Flash

Die Übernahme fällt in eine Phase schwacher Marktbedingungen. Im SSD-Markt trifft eine sinkende Nachfrage auf ein hohes Angebot an NAND-Flash-Speicher; die Margen der Hersteller sind in den zwölf Monaten zuvor spürbar gefallen. Toshiba Memory selbst verbuchte allein im zweiten Kalenderquartal 2019 einen Verlust von umgerechnet über 816 Millionen Euro. Lite-Ons SSD-Sparte setzte im ersten Halbjahr 2019 knapp 12 Millionen US-Dollar um bei einem Gewinn von gut 500.000 US-Dollar. Speicherhersteller wie Micron mit der Marke Crucial und Samsung bauen ihre Direktvermarktung in dieser Phase gezielt aus, um günstigen Chipüberhang selbst zu vermarkten. Für Studios und Entwicklerteams, die auf schnelle Build-Server und große Asset-Archive angewiesen sind, bedeutet das sinkende Preise bei Consumer-SSDs.

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