Eine am 15. November 2017 in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichte Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Videospiel-Leistung und fluider Intelligenz. Bei 56 erfahrenen Spielern von League of Legends korrelierte der Rang im Spiel mit Ergebnissen standardisierter Tests zum logischen Denken.
Für einen zweiten Teil werteten die Forschenden anonymisierte Leistungsdaten aus League of Legends, Dota 2, Destiny 2 und Battlefield 3 aus. Die Datensätze umfassten 17.861 League-of-Legends-Spieler, 286 Dota-2-Spieler, 1.669 Destiny-Spieler und 8.743 Battlefield-3-Spieler. Die vollständige Auswertung ist in der offenen Fassung der Studie dokumentiert.
Unterschiede zwischen MOBA und Ego-Shooter
In den MOBA-Daten erreichte die Altersgruppe von 22 bis 27 Jahren die höchsten Leistungswerte. Bei Destiny und Battlefield 3 war das Profil anders: Jüngere Gruppen schnitten relativ stärker ab, danach nahm die Leistung mit dem Alter ab. Die Autoren beschreiben statistische Zusammenhänge. Ein Nachweis dafür, dass ein bestimmtes Genre fluide Intelligenz erzeugt, folgt daraus nicht.
Die Arbeit schlägt kommerzielle Spiele als mögliche groß angelegte Beobachtungsinstrumente vor. Sie ersetzt keine individuellen Intelligenztests und erlaubt wegen der beobachtenden Methodik keine Aussage über Ursache und Wirkung. Für die Spieleforschung liefern die Daten dennoch einen Vergleich zwischen unterschiedlichen Genres und Leistungsprofilen.

