Valve hat mit Steam Audio Beta 13 die Unterstützung für AMD TrueAudio Next veröffentlicht. Auf unterstützten AMD-Grafikkarten können Faltungsberechnungen für räumlichen Klang auf die GPU verlagert werden. Die CPU-basierte Berechnung bleibt verfügbar. Das Release umfasst das SDK sowie Integrationen für Unity, FMOD und Unreal Engine.
Die GPU-Unterstützung betrifft in dieser Umsetzung die Faltung, nicht die gesamte akustische Simulation. Valves Ankündigung beschreibt reservierte Compute-Units für die Audioberechnung. Diese Ressourcen stehen dann nicht zugleich der Grafik zur Verfügung. Die Technik verspricht deshalb keinen kostenlosen Leistungsgewinn für jedes Spiel.
Bestehende Projekte brauchen eine geprüfte Umstellung
Für Unity nennt Valve in den Hinweisen zum Wechsel auf Beta 13 zusätzliche Arbeitsschritte: Die bisherigen SteamAudio-Plugin-Verzeichnisse müssen vor dem Import entfernt und vorberechnete Ausbreitungs- und Nachhalldaten neu erzeugt werden. Die Speicherung dieser Daten wechselt zu Assets/StreamingAssets.
Auch eigene Integrationen sind betroffen. Die C-API-Funktion iplSetRayTracerCallbacks verwendet nun gebündelte Strahlenabfragen für Treffer- und Verdeckungsprüfungen. Bestehende Callback-Implementierungen müssen daran angepasst werden. Für die damalige Unreal-Integration verwies Valve auf einen Quellcode-Build; eine fertige Standardinstallation war damit nicht automatisch abgedeckt.
Audiobudget und Grafikbudget gemeinsam testen
Für ein Engine-Team ist die Verlagerung eine Entscheidung über das Frame-Budget: Entlastung auf einer Recheneinheit kann mit einer neuen Belastung auf einer anderen einhergehen. Ein sinnvoller Vergleich verwendet dieselbe Szene und kontrolliert Audiolast, Grafikeinstellungen sowie CPU- und GPU-Zeiten. Eine isolierte Messung der Audioberechnung beschreibt noch nicht das Verhalten des vollständigen Spiels.
Das zuvor vorgestellte räumliche Audio im Google-Cardboard-SDK zeigt ein anderes Einsatzgebiet dieser Klangtechnik. Die Projekte sind nicht dieselbe Middleware; aus ähnlichen Zielen folgt keine Kompatibilität ihrer Plugins oder vorberechneten Daten.
Historischer Stand: Der Beitrag dokumentiert die Veröffentlichung und Umstellungshinweise vom Februar 2018. Er ist keine Anleitung zur Installation heutiger Steam-Audio-Versionen. Das Titelmotiv stammt aus Valves damaliger Ankündigung.

