Square Enix: 22,087 Milliarden Yen Sonderverlust durch Content-Aufgabe, Konzern schwenkt auf Multiplattform-Strategie

Square Enix Holdings hat am 13. Mai 2024 die Geschäftszahlen für das am 31. März 2024 beendete Geschäftsjahr vorgelegt und dabei einen deutlichen Gewinneinbruch ausgewiesen. Der den Anteilseignern des Mutterkonzerns zurechenbare Gewinn fiel um 69,7 Prozent auf 14.912 Millionen Yen. Ursächlich war ein außerordentlicher Aufwand in Höhe von 22.087 Millionen Yen, den der Konzern als Verlust aus der Abschreibung von Content (content abandonment losses) verbuchte. Der Umsatz lag bei 356,3 Milliarden Yen, das operative Ergebnis bei 32,5 Milliarden Yen und das ordentliche Ergebnis bei 41,5 Milliarden Yen.

Vorstandsbeschluss zur selektiveren HD-Entwicklung

Hintergrund des Sonderverlusts ist ein Beschluss des Verwaltungsrats vom 27. März 2024. Das Gremium entschied, den Ansatz des Konzerns bei der Entwicklung von HD-Spielen zu überarbeiten und die Entwicklungsressourcen künftig selektiver und fokussierter zu verteilen. Im Zuge dieser Neuausrichtung prüfte Square Enix die laufende Entwicklungspipeline und stellte die Arbeit an bestimmten Titeln im Segment Digital Entertainment ein. Die daraus resultierende Abschreibung auf nicht weiterverfolgte Inhalte schlug mit den genannten 22.087 Millionen Yen als außerordentlicher Aufwand zu Buche und prägte den Gewinneinbruch des Geschäftsjahres. Umgerechnet entsprach der Betrag zum damaligen Kurs rund 140 Millionen US-Dollar. Personelle Bewegungen rund um die westlichen Studios des Konzerns hatten sich bereits zuvor angedeutet, etwa beim Weggang des Marketing Directors bei Eidos-Montréal.

Multiplattform-Schwenk für Final Fantasy und Xbox-Veröffentlichungen

Parallel zu den Zahlen stellte Square Enix einen neuen mittelfristigen Geschäftsplan vor, der bis zum Geschäftsjahr mit Ende März 2027 läuft. Darin kündigte der Konzern an, bei HD-Titeln eine aggressive Multiplattform-Strategie zu verfolgen, die Nintendo-Plattformen, PlayStation, Xbox und PC umfasst. Statt ausgewählte AAA-Titel der großen Marken an ein einzelnes System zu binden, soll ein Umfeld entstehen, in dem mehr Kunden die Titel spielen können. Für Marken wie Final Fantasy bedeutet die Ausrichtung eine Abkehr von der bisherigen Konzentration auf einzelne Plattformen und eröffnet konkretere Perspektiven für Xbox-Veröffentlichungen. Damit reiht sich der Publisher in eine Bewegung ein, die auch Microsoft mit eigenen Marken auf weitere Plattformen treibt. Begleitet wird der Plan vom Leitmotiv, von Quantität zu Qualität zu wechseln, sowie von vier Handlungsfeldern: Optimierung der Entwicklung im Digital Entertainment, Stärkung der Kundenkontaktpunkte, mehr strukturelle Stabilität und eine Balance zwischen Aktionärsrenditen und Wachstumsinvestitionen.

Weitere News

Weitere News

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein