Simit: MIT stellt Sprache für schnelle Physiksimulationen vor

Forschende des Massachusetts Institute of Technology und weiterer Hochschulen haben am 10. August 2016 Simit vorgestellt. Die Mitteilung von MIT News beschreibt eine Programmiersprache, die physikalische Systeme sowohl als Graphen als auch mit Vektoren, Matrizen und Tensoren verarbeiten kann.

Graphen und Matrizen ohne wiederholte Umwandlung

Bei vielen Simulationen passen die Datenstrukturen des Modells nicht zu den mathematischen Operationen. Simit verlangt deshalb zunächst eine Beschreibung, wie die grafische Darstellung eines Systems auf seine Matrixform abgebildet wird. Danach kann der Code mit Operationen aus der linearen Algebra formuliert werden. Der Compiler übersetzt diese Anweisungen in eine für Graphen geeignete Ausführung, ohne bei jedem Simulationsschritt zwischen beiden Formen zu wechseln.

Der gleiche Quelltext soll auf klassischen Prozessoren und auf GPUs laufen. In den von MIT beschriebenen Versuchen war Simit-Code auf einer GPU vier- bis 20-mal schneller als auf einem Standardprozessor. Die Forschenden berichten außerdem, dass die getesteten Programme deutlich weniger Code benötigten als handoptimierte Implementierungen. Einzelheiten stehen im veröffentlichten Paper zu Simit.

Relevanz für Grafik und Spielephysik

MIT nennt neben Physik auch maschinelles Lernen, Datenanalyse und Robotik als mögliche Einsatzgebiete. Die Veröffentlichung wurde auf der SIGGRAPH vorgestellt, einer Konferenz für Computergrafik. Für die Spieleentwicklung ist der Ansatz deshalb als Forschung zu Physiksimulation und GPU-Ausführung interessant, auch wenn die Mitteilung kein fertiges Game-Development-Produkt ankündigt. Ein älterer Beitrag zu Unitys PhysX-Integration zeigt den praktischen Einsatz solcher Berechnungen in einer Spieleengine.

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