Shure hat am 9. April 2024 das MV7+ vorgestellt, den direkten Nachfolger des verbreiteten MV7. Das dynamische Mikrofon richtet sich an Podcaster, Streamer und Content Creator. Es kombiniert einen analogen XLR-Ausgang mit einer digitalen USB-C-Schnittstelle in einem Gehäuse. Der Verkaufspreis startet bei 279 US-Dollar für die schwarze Variante. Eine weiße Ausführung wurde für den Sommer 2024 ebenfalls zu 279 US-Dollar angekündigt, ein Bundle mit einem Gator-Mikrofonstativ liegt bei 299 US-Dollar.
Kern der Neuerung ist eine integrierte DSP-Engine, die die Signalbearbeitung direkt im Mikrofon übernimmt und damit unabhängig von externer Software arbeitet. Im Game-Streaming-Kontext spielt das eine Rolle, weil die Audioaufbereitung nicht auf die CPU-Last des Spiele-PCs zurückgreift, sondern auf der Mikrofon-Hardware ausgeführt wird. Über den USB-C-Anschluss lässt sich das MV7+ direkt mit Laptop oder Smartphone verbinden, der XLR-Ausgang erlaubt parallel die Einbindung in klassische Audio-Interfaces und Mischpulte.
Onboard-DSP statt externer Signalkette
Die DSP-Engine des MV7+ bündelt mehrere Bearbeitungsstufen. Die Voice Isolation Technology fokussiert die Stimme und reduziert Umgebungsgeräusche, ergänzt durch einen Real-time Denoiser zur Unterdrückung gleichmäßiger Störgeräusche. Ein als Digital Popper Stopper bezeichnetes Filter dämpft Plosivlaute auf digitalem Weg und macht laut Shure einen physischen Popschutz entbehrlich. Ein überarbeiteter Auto Level Mode passt die Verstärkung dynamisch an, hinzu kommt eine zuschaltbare Hall-Funktion mit drei Charakteristiken (Plate, Hall, Studio). Ein vergleichbarer Trend zur KI-gestützten Bildaufbereitung zeigt sich bei der Razer Kiyo V2 auf der Video-Seite des Creator-Setups.
An der Oberseite sitzt ein berührungsempfindliches LED-Panel mit mehr als 16,8 Millionen Farboptionen, das einen pulsierenden Ambient-Effekt darstellen kann und per Tippen als Stummschaltung dient. Die optische Anpassung zielt auf On-Camera-Setups, in denen das Mikrofon Teil des sichtbaren Bildaufbaus ist.
MOTIV Mix als zentrale Steuersoftware
Begleitend führt Shure die kostenlose Desktop-Anwendung MOTIV Mix ein, die zum Marktstart als Beta-Version vorlag. Die Software konfiguriert die DSP-Parameter des MV7+, steuert das LED-Panel und bietet eine Mehrspuraufnahme von bis zu fünf Kanälen samt Routing für Live-Streaming und Aufnahme. Funktionen wie ein Soundcheck und ein Monitor-Mix-Regler ergänzen den Funktionsumfang. Shure kündigte zudem eine spätere Kompatibilität von MOTIV Mix mit dem MV7 und dem Interface MVX2U an. Wer das Mikrofon in ein größeres Audiosystem einbinden will, findet bei kompakten Lösungen wie dem OXS Thunder Duo X einen passenden Wiedergabe-Gegenpart.
„Modern content creators are constantly searching for ways to customize their setup and sound“, sagte Sean Sullivan, Associate Director of Global Product Management bei Shure, zur Produktstrategie. Das schwarze MV7+ war zum Ankündigungszeitpunkt über den Shure-Onlineshop und ausgewählte Händler verfügbar.
