Sega hat die Entwicklung des Multiplayer-Shooters Hyenas eingestellt, obwohl das Spiel dem Abschluss bereits sehr nahe war. Entwickler Creative Assembly, bekannt für die Total-War-Reihe, hatte den Titel im Juni 2022 als neue eigene Marke angekündigt. Hyenas war als Science-Fiction-Extraction-Shooter konzipiert, in dem rivalisierende Teams um wertvolle Beute und popkulturelle Artefakte kämpfen sollten. Besonders bitter für das Team: Die geschlossene PC-Beta des Spiels endete erst am 11. September 2023, gerade einmal 17 Tage vor der offiziellen Absage.
Strukturreformen als Begründung
Die Streichung ist Teil eines breiteren Pakets sogenannter Strukturreformen bei Sega, das mehrere unangekündigte Projekte betrifft und speziell auf die europäischen Studios des Konzerns abzielt. In einer Stellungnahme verwies das Unternehmen darauf, künftig stärker auf die globale Vermarktung bestehender Marken setzen zu wollen, anstatt in neue, ungetestete Marken zu investieren. Als Begründung nannte Sega zudem ein sich schnell veränderndes Marktumfeld, darunter den Rückgang der Nachfrage nach der Corona-Pandemie sowie die konjunkturelle Abschwächung infolge hoher Inflation.
Parallel zur Absage von Hyenas kündigte Creative Assembly ein Konsultationsverfahren zu möglichen betriebsbedingten Kündigungen an. Das britische Studio beschäftigt nach eigenen Angaben knapp 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an fünf Standorten, von denen Teile der Belegschaft von den Einsparungen betroffen sein könnten.
Hohe Investitionen, hohe Verluste
Berichten zufolge soll Hyenas eines der budgetstärksten Projekte in der Geschichte von Sega gewesen sein. Der Konzern rechnet für sein Consumer-Segment, zu dem auch das Videospielgeschäft zählt, im Geschäftsjahr bis Ende März 2024 dennoch mit Verlusten von umgerechnet rund 14,3 Milliarden Yen. Aus Sicht einiger Entwicklerinnen und Entwickler hätte ein Festhalten am Projekt langfristig zu noch höheren finanziellen Einbußen geführt als der nun vollzogene Schnitt kurz vor der geplanten Veröffentlichung.
Sega und Creative Assembly stehen mit der Absage von Hyenas nicht allein: Seit Ende 2022 haben zahlreiche Studios der Spielebranche Projekte gestrichen und Sparmaßnahmen angekündigt. Wie sich die angekündigten Strukturreformen konkret auf die Belegschaft von Creative Assembly auswirken werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend bekannt.
Quelle: Game Developer
