Savvy Games Group schließt 4,9-Milliarden-Dollar-Übernahme von Scopely ab

Die Savvy Games Group, vollständig im Besitz des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), hat am 5. April 2023 die Übernahme des Mobile-Publishers Scopely für 4,9 Milliarden US-Dollar angekündigt. Das in Los Angeles ansässige Unternehmen Scopely betreibt Free-to-Play-Titel wie Star Trek Fleet Command, Marvel Strike Force, Stumble Guys, Scrabble Go und Yahtzee With Buddies. Scopely soll als autonom operierende Gesellschaft innerhalb des Savvy-Portfolios geführt werden und unter den Co-CEOs Walter Driver und Javier Ferreira verbleiben. Geleitet wird Savvy von CEO Brian Ward, der zuvor bei Activision Blizzard, Microsoft Games Studios und Electronic Arts tätig war.

Die Bewertung von Scopely war in den Jahren vor dem Verkauf deutlich gestiegen. Von rund 3,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 kletterte sie nach der Übernahme von GSN Games von Sony für eine Milliarde US-Dollar im Jahr 2021 auf etwa 5,4 Milliarden US-Dollar. Mit dem Zukauf erweitert Savvy ein Portfolio, das bereits die Esports-Marke ESL FACEIT Group umfasst. Schon zuvor hatte die Savvy Gaming Group im E-Sports-Bereich zugekauft. Der Abschluss der Transaktion stand zum Zeitpunkt der Ankündigung noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Freigaben.

Staatsfonds als Großinvestor im Gaming-Sektor

Der Kauf von Scopely ist Teil einer Strategie, mit der Saudi-Arabien 38 Milliarden US-Dollar in den Aufbau eines eigenen Gaming-Standorts investieren will. Die Savvy Games Group fungiert dabei als Investitionsvehikel des PIF und tritt nicht nur als Käufer ganzer Studios auf, sondern auch als Minderheitsaktionär etablierter Branchengrößen. Der Fonds hält Beteiligungen an mehreren börsennotierten Publishern und zählt zu den finanzstärksten Akteuren im internationalen Spielemarkt. Die Übernahme von Scopely gehört, gemessen am Kaufpreis, zu den größten Transaktionen der Branchengeschichte.

Savvy-CEO Brian Ward verwies auf das Wachstum des Zielunternehmens. Scopely sei eines der am schnellsten wachsenden Spieleunternehmen und habe loyale und engagierte Spielergemeinschaften aufgebaut. Co-CEO Javier Ferreira erklärte, Scopely wolle als Teil des Savvy-Portfolios eines der weltweit am stärksten diversifizierten mobile-orientierten Spieleunternehmen weiterentwickeln. Die unternehmerische Eigenständigkeit und die bestehende Unternehmenskultur sollen erhalten bleiben.

Staatliches Kapital im Mobile-Markt

Übernahmen dieser Größenordnung trugen bislang vor allem Plattformbetreiber und etablierte Publisher. Nun treten Staatsfonds mit nahezu unbegrenztem Investitionshorizont als Käufer auf. Der Mobile-Sektor finanziert sich über wiederkehrende Umsätze aus Live-Service-Modellen, und das saudische Kapital ist weitgehend unabhängig von kurzfristigen Renditeerwartungen verfügbar. Damit verschiebt sich die Konsolidierung weg von strategischen Branchenakteuren hin zu finanzpolitisch motivierten Investoren.

Für Wettbewerber und Aufsichtsbehörden ergeben sich daraus neue Fragen. Die Konzentration erheblicher Anteile am Spielemarkt in der Hand eines einzelnen staatlichen Akteurs berührt nicht nur kartellrechtliche, sondern auch geopolitische Aspekte. Dass saudisches Kapital den operativen Aufbau eigener Spieleunternehmen anstrebt, blieb auch nach dem Scopely-Deal sichtbar: Später kam etwa die Spielesparte von Niantic an Scopely. Der Abschluss der Transaktion erfolgte nach Erteilung der erforderlichen Freigaben im Juli 2023.

Die Angaben basieren auf der Originalquelle.

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