SAG-AFTRA hat am 25. September 2017 eine vorläufige Einigung mit elf bestreikten Spieleunternehmen bekannt gegeben. Der Arbeitskampf hatte am 21. Oktober 2016 begonnen. Laut Mitteilung an die Mitglieder durften diese ihre Arbeit sofort wieder aufnehmen, zunächst zu den bisherigen Vertragsbedingungen. Die neuen Regeln sollten erst nach Ratifikation gelten.
Bonus nach Aufnahmesitzungen statt Verkaufszahlen
Die Vereinbarung sieht zusätzliche Zahlungen neben dem Sitzungshonorar vor: 75 US-Dollar für die erste Aufnahmesitzung, insgesamt 2.100 US-Dollar nach zehn Sitzungen pro Spiel. Der Bonus wird spätestens zur Veröffentlichung fällig. Das ist keine Beteiligung am Umsatz oder an verkauften Exemplaren.
Unternehmen sollen vorab unter anderem den Projektnamen beziehungsweise Codenamen, das Genre und eine mögliche Rückkehr in eine frühere Rolle offenlegen. Auch besondere Sprachinhalte und verlangte Stunts gehören zu den Informationspflichten. Zur Belastung der Stimme sagte die Arbeitgeberseite weitere gemeinsame Arbeit zu; eine abschließende Lösung dieses Problems meldete die Gewerkschaft nicht.
Ratifikation stand noch aus
Der National Board sollte den Vertrag bei seiner Sitzung im Oktober prüfen. Die Wiederaufnahme der Arbeit ist deshalb nicht mit dem Inkrafttreten sämtlicher neuer Vertragsbedingungen gleichzusetzen.
Die Produktionsberufe haben unterschiedliche Vergütungssysteme. In der Stack-Overflow-Umfrage vom Frühjahr 2017 bezeichneten sich 52 Prozent der deutschen Entwickler als unterbezahlt. Diese freiwillige Umfrage zu Softwareberufen beschreibt nicht die Situation der Synchronsprecher und ist kein Beleg für deren Tarifstreit.
Archivhinweis: Dieser Beitrag dokumentiert den Stand vom September 2017. Das Gewerkschaftslogo dient als Symbolbild, nicht als Aufnahme der Verhandlungen.

