Romero Games, das Studio von John und Brenda Romero, hat in einer Stellungnahme auf Bluesky bekannt gegeben, dass der Publisher die Finanzierung des laufenden, bislang nicht angekündigten Projekts gestrichen hat. Darauf folgten umfangreiche Entlassungen. CEO Brenda Romero spricht von einer strategischen Entscheidung, die auf hoher Ebene beim Publisher fiel und die das Studio weder einsehen noch beeinflussen konnte. Zeitlich fällt der Schritt mit dem großen Stellenabbau bei Microsoft zusammen, der die Gaming-Sparte des Konzerns mit rund 9.000 gestrichenen Stellen traf. In der offiziellen Mitteilung wird Microsoft aus vertraglichen Gründen nicht namentlich genannt. Wie hart es einzelne Teams getroffen hat, zeigte sich kurz zuvor schon beim eingestellten Project Blackbird bei ZeniMax Online.
Romero schrieb, das Studio habe in der Nacht zuvor erfahren, dass der Publisher die Finanzierung des eigenen Spiels und mehrerer weiterer, noch nicht angekündigter Projekte bei anderen Studios eingestellt habe. Mit der Qualität der Arbeit habe das nichts zu tun gehabt. Das Team habe jeden Termin punktgenau gehalten, durchweg hohes Lob bekommen und alle internen Prüfungen problemlos bestanden. Bei dem Titel handelte es sich um einen neuen Ego-Shooter mit eigener Marke. Mehrere früheren Mitarbeiter machten den Funding-Stopp über LinkedIn-Beiträge öffentlich und führten die Entlassungen auf die Kuerzungen bei Microsoft zurück. Mehr als ein Dutzend Beschäftigte gaben an, sich nach neuen Stellen umzusehen.
Studio nicht geschlossen, Gespraeche mit weiteren Publishern
In einer Folgemitteilung stellte Romero Games klar, dass das Studio nicht geschlossen ist. Man sei vor Ort gewesen, um mit dem Team die nächsten Schritte zu besprechen. Mehrere Publisher hatten sich demnach gemeldet, die bei der Fertigstellung des Spiels helfen wollen. Diese Optionen werden derzeit geprüft. Eine konkrete Zahl der betroffenen Stellen nannte das Studio in seinen Stellungnahmen nicht.
Wie der Microsoft-Stellenabbau externe Partner trifft
Der Fall gehört zu einer breiteren Welle von Kuerzungen, die Microsoft im Sommer 2025 ankündigte. Betroffen waren zahlreiche Bereiche, darunter ein erheblicher Anteil aus der Spielesparte. Mehrere Studios wurden geschlossen, laufende Projekte gestoppt. Externe Entwicklungspartner, deren Vorhaben über Publishing-Vereinbarungen finanziert sind, hängen direkt an solchen Entscheidungen. Romero Games ist ein Beispiel dafür, wie schnell ein konzernweiter Beschluss die Auftragslage eines unabhängigen Studios und die Jobs seines Teams kippen kann.
