Beim RoboCup Junior 2018 in Magdeburg arbeiteten Schülerteams zunehmend mit Raspberry Pi, Arduino und eigener Bildverarbeitung. Der Bericht über den Nachwuchswettbewerb erschien am 28. April und fasst ein Gespräch mit dem Koordinator der RoboCup German Open zusammen.
In Deutschland nahmen laut dem Bericht mehr als 1.500 Schülerinnen und Schüler am RoboCup Junior teil. Für das Finale in Magdeburg waren maximal 160 Teams zugelassen, bundesweit hatten sich jedoch 520 Teams an der Saison beteiligt. Sie kamen aus 70 Standorten, während es in früheren Jahren etwa 50 Standorte gewesen waren. Wegen des Wachstums sollte ein achtes regionales Qualifikationsturnier eingerichtet werden.
Vom Infrarotball zur Bildverarbeitung
Eine technische Änderung betraf den Ball in einigen Soccer-Ligen. Der Wechsel von einem Infrarotball zu einem orangefarbenen Ball zwang die Teams, Bildverarbeitung in ihre Systeme einzubauen. Die Roboter mussten das Spielobjekt unter neuen Bedingungen erkennen und ihre Bewegungen daraus ableiten.
Auch im Wettbewerb Rescue Maze kamen zusätzliche Sensoren zum Einsatz. Beheizte Objekte stellten die Opfer dar, die Roboter über Temperatursensoren finden und anhand eines Buchstabens identifizieren mussten. Der Koordinator beschrieb die Systeme als technisch komplexer, während ein vereinfachtes Regelwerk neuen Teams den Einstieg erleichtern sollte.
Arduino ersetzt geschlossene Einstiegssysteme
Die Nachwuchsteams nutzten neben Lego-Technik häufiger frei programmierbare Plattformen wie Arduino und Raspberry Pi. Damit verschob sich ein Teil der Arbeit von vorgefertigten Bausteinen hin zu eigener Elektronik, Sensorik und Software. Die Arenen für die vereinfachten Rescue-Aufgaben konnten später auch für internationale Wettbewerbe weiterverwendet werden.
Die Entwicklung knüpfte an die am Vortag dokumentierten Robotiktests der Major- und Junior-Teams an. Im Junior-Bereich lag der Schwerpunkt dabei auf dem Übergang von spielerischen Einstiegssystemen zu eigenen Programmier- und Sensoriklösungen.

