Raven Software: Erster Tarifvertrag mit Microsoft begrenzt Crunch und stärkt QA-Beschäftigte

Die Beschäftigten von Raven Software haben ihren ersten Tarifvertrag mit Microsoft ratifiziert. Laut Communications Workers of America stimmten die Mitglieder der Game Workers Alliance-CWA dem Vertrag einstimmig zu. Raven Software gehört zu Activision Blizzard und arbeitet vor allem an Call of Duty.

Lohnerhöhung und Regeln gegen Crunch

Der Vertrag sieht eine garantierte Lohnerhöhung von zehn Prozent über zwei Jahre vor. Hinzu kommen weitere Erhöhungen über Leistungs- und Beförderungsprozesse. Nach Angaben der Gewerkschaft waren die Beschäftigten zuvor 18 Monate ohne Lohnerhöhung und 45 Monate ohne Beförderungen geblieben.

Ein Kernpunkt ist die Begrenzung von Crunch. Verpflichtende Überstunden müssen künftig sieben Tage vorher angekündigt werden. Übermäßige Überstunden in aufeinanderfolgenden Wochen werden eingeschränkt, flexible Planung wird festgeschrieben und für die Mehrzahl der Wochen eines Quartals soll es keine verpflichtenden Überstunden geben.

Schutz bei Beförderungen und Entlassungen

Der Vertrag regelt außerdem die Anrechnung von Zeit als temporär oder vertraglich beschäftigte Arbeitskraft, definierte Stellenbeschreibungen, einen Beförderungsprozess, erweiterte Regelungen für Behinderungen sowie Schutz bei Entlassungen. Dazu zählen Abfindungen, Rückrufrechte, COBRA-Zuschüsse und Unterstützung beim beruflichen Übergang.

Für die Games-Branche ist der Abschluss relevant, weil Raven Software 2022 zu den ersten gewerkschaftlich organisierten Einheiten innerhalb von Activision Blizzard gehörte. Nach der Übernahme durch Microsoft war der Vertrag ein Testfall dafür, wie der Konzern mit organisierten Beschäftigten in seinen Spielestudios verhandelt.

Signalwirkung für Microsoft-Studios

Die CWA verweist auf den jüngsten Vertrag von ZeniMax Workers United und sieht den Raven-Abschluss als weiteren Schritt für gewerkschaftliche Standards in Microsofts Spieleorganisation. Inhaltlich betrifft der Vertrag vor allem Qualitätssicherung. Genau dort waren in der Vergangenheit Crunch, befristete Beschäftigung und begrenzte Aufstiegspfade besonders häufige Konfliktthemen.

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