Der Raspberry Pi 3 erhielt Anfang September 2016 eine Betafirmware für den Start von Linux über USB. Die damalige Anleitung beschreibt, wie die Firmware aktualisiert, der USB-Bootmodus aktiviert und ein bestehendes System auf einen USB-Stick oder eine Festplatte übertragen wird.
USB-Bootmodus des Raspberry Pi 3
Beim Raspberry Pi 3 liegt der relevante Bootcode im SoC. Der neue Boot Mode USB war zunächst deaktiviert und wurde über eine aktualisierte Firmware sowie den Eintrag program_usb_boot_mode=1 in /boot/config.txt freigeschaltet. Mit vcgencmd otp_dump ließ sich anschließend kontrollieren, ob das One-Time-Programmieren des Modus erfolgreich war.
Für das Zielmedium sah die Anleitung eine 100 MB große FAT32-Bootpartition und eine zweite ext4-Partition für das Linux-System vor. Die Partitionierung erfolgte mit parted, anschließend wurden die Daten mit rsync von der SD-Karte kopiert. Die Root-Angabe in cmdline.txt und die Gerätepfade in fstab mussten auf das USB-Laufwerk zeigen.
Das Verfahren war 2016 ausdrücklich eine Betafunktion. Nicht jedes USB-Gerät wurde unterstützt, und Festplatten konnten wegen ihrer Anlaufzeit den Timeout des Bootloaders erreichen. Für Entwickler und Bastler eröffnete der Modus dennoch eine robustere Basis für Systeme mit vielen Schreibzugriffen. Ein früherer Beitrag beschrieb bereits, wie ein Raspberry Pi 1080p-Video streamt. Die historischen Schritte und Einschränkungen stehen in der verlinkten Originalanleitung.
