Guido van Rossum zieht sich aus der zentralen Entscheidungsrolle des Python-Projekts zurück. In einer Nachricht an die Python-Committer vom 12. Juli 2018 erklärte der Python-Gründer, dass er dauerhaft Urlaub von der Funktion als BDFL nehmen wolle.
BDFL steht für Benevolent Dictator for Life. Van Rossum hatte in dieser Rolle bei strittigen Fragen das letzte Wort über die Aufnahme neuer Python Enhancement Proposals. Auslöser für den Rückzug war unter anderem die kontroverse Debatte über PEP 572 und den Zuweisungsausdruck. Einen direkten Nachfolger ernannte er nicht.
Python-Community soll Verfahren festlegen
Van Rossum wollte weiterhin als normaler Core-Entwickler an Python arbeiten und andere Beitragende unterstützen. Die Committer sollten selbst Verfahren für PEP-Entscheidungen und die Aufnahme neuer Core-Entwickler entwickeln. Damit verschob sich die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Sprache von einer einzelnen Person auf die Projektgemeinschaft.
Die Nachricht folgte auf die Veröffentlichung von Python 3.7, die kurz zuvor neue Sprach- und Debugging-Werkzeuge gebracht hatte. Für Teams, die Python in Entwicklungs-, Build- und Analyseprozessen einsetzen, änderte sich zunächst nicht die technische Roadmap, sondern die Entscheidungsstruktur des Open-Source-Projekts.

