Die zur südkoreanischen Bluehole Inc. gehörende PUBG Corp. zieht gegen Epic Games vor Gericht. Das Branchenmagazin Variety berichtete am 29. Mai 2018 von einer Klage wegen Urheberrechtsverletzung, die PUBG Corp. beim Seoul Central District Court gegen die koreanische Niederlassung von Epic Games eingereicht hat. Es geht um den Battle-Royale-Modus von Fortnite. Aus Sicht der Klägerin kopiert dieser den zentralen Spielablauf von PlayerUnknown’s Battlegrounds in unzulässiger Weise. Schon am 5. Januar 2018 hatte PUBG Corp. beim selben Gericht einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen Epic Games Korea gestellt.
Die Klägerin will damit nach eigener Aussage ihre Urheberrechte schützen. Beide Titel bauen laut PUBG Corp. auf demselben Grundprinzip auf: Bis zu 100 Spieler treten auf einer schrumpfenden Karte gegeneinander an, bis nur noch eine Partei übrig ist. Fortnite brachte seinen Battle-Royale-Modus rund ein halbes Jahr nach dem Marktstart von PUBG im März 2017 heraus. Einen klaren Unterschied gibt es trotzdem: die Baumechanik in Fortnite, die PlayerUnknown’s Battlegrounds nicht bietet.
Streit um Spielkonzept und Unreal Engine
Der Vorwurf zielt nicht auf konkrete Grafiken oder Programmcode, sondern auf die Übernahme des Spielerlebnisses, für das PUBG bekannt wurde. Bluehole hatte bereits vorher öffentlich mit einer rechtlichen Reaktion gedroht und kritisiert, dass Epic Games den Titel als Inspirationsquelle genannt habe. Spielprinzipien urheberrechtlich zu schützen, ist international heikel, weil Mechaniken und Genrekonventionen in vielen Rechtsordnungen kaum schutzfähig sind. Im Kern steht damit die Frage, wo das geschützte Werk endet und das freie Genre beginnt.
Pikant ist die Eigentümerstruktur beider Unternehmen. Der chinesische Konzern Tencent hält Anteile an Bluehole und an Epic Games. Dazu kommt, dass PUBG selbst auf der von Epic Games entwickelten Unreal Engine läuft. Vor Gericht stehen sich also zwei Partner gegenüber, die über Technologielizenzen und gemeinsame Anteilseigner miteinander verbunden sind.
Mögliche Folgen für den koreanischen Markt
Der Antrag aus dem Januar sollte den Vertrieb von Fortnite in Südkorea stoppen. Hätte das Gericht ihm stattgegeben, wäre die Vermarktung des Titels im koreanischen Markt sofort betroffen gewesen. Über die zitierte Stellungnahme hinaus äußerten sich weder Epic Games noch PUBG Corp. gegenüber Variety. Zeitgleich führte PUBG Corp. ein weiteres Verfahren gegen NetEase wegen mobiler Battle-Royale-Spiele. Beide Klagen zeigen, wie konsequent das Studio damals seine Schutzrechte im Genre durchsetzen wollte.
