Start Entwicklung Project Scorpio: Die Xbox, die sich The Coalition immer gewünscht hat

Project Scorpio: Die Xbox, die sich The Coalition immer gewünscht hat

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Project Scorpio: Die Xbox, die sich The Coalition immer gewünscht hat
Project Scorpio The Coalition - Bild: offizielle Microsoft-/Xbox-Quelle

Microsoft besinnt sich mit Project Scorpio auf seine technischen Wurzeln. Unter der Leitung von Phil Spencer rückt der Konzern die Bedürfnisse von Entwicklern und Spielern wieder in den Fokus, nachdem die ursprüngliche Xbox One unter Don Mattrick primär als Multimedia-Gerät positioniert worden war. The Coalition, das Studio hinter Gears of War, und Turn 10 Studios, verantwortlich für die Forza-Serie, berichten von einer deutlich verbesserten Entwicklererfahrung.

Enttäuschung bei der Xbox One

Mike Raynor, Technical Director bei The Coalition, beschreibt die Arbeit mit der ursprünglichen Xbox One als Rückschritt. Microsoft habe bei der originalen Xbox und der Xbox 360 stets auf modernste Technologie gesetzt, bei der Xbox One jedoch Schritte zurückgenommen. Diese Einschätzung basiert auf Raynors Erfahrung bei Electronic Arts, wo er an Titeln für Xbox 360 und die originale Xbox gearbeitet hatte. Project Scorpio hingegen empfinde er als „angenehm“ in der Entwicklung – nicht zuletzt durch den Leistungssprung von 1,3 Teraflops auf 6 Teraflops.

Denken wie PC-Entwickler

Beide First-Party-Studios betonen, dass die Entwicklung für Project Scorpio eine Denkweise erfordert, die der PC-Entwicklung entspricht. Spiele müssen skalierbar über Hardware-Konfigurationen unterschiedlicher Leistung sein. Chris Tector, Software-Architekt bei Turn 10 Studios, erklärt, dass der Umstieg auf Direct3D 12 und die PC-Entwicklung mit Forza Motorsport 6 Apex das Studio darauf vorbereitet habe, 4K-Assets zu erstellen und über verschiedene Spezifikationen hinweg zu skalieren. The Coalition habe sämtliche Inhalte von Anfang an in 4K-Auflösung erstellt, wissend, dass nicht alle Geräte die volle Auflösung nutzen würden.

Portierung in zwei Tagen

Ein eindrückliches Beispiel für die Entwicklerfreundlichkeit liefert Turn 10: Mitte Januar 2017 erhielt das Studio ein frühes Scorpio-Entwicklerkit – im Grunde eine lose Hauptplatine mit Debugging-Adaptern und Laufwerken, gekühlt durch einen am Schreibtisch festgeklebten Lüfter. Trotz der provisorischen Kühlung gelang es einem einzelnen Entwickler innerhalb von zwei Tagen, Forza in 4K-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde zum Laufen zu bringen. Das ursprünglich für Wochen eingeplante, abgesicherte Entwicklungszimmer konnte vorzeitig aufgegeben werden.

Offene Punkte bei der Audio-Hardware

Trotz der positiven Bilanz benennt Tector eine offene Baustelle: Die Audio-Hardware auf allen Xbox-One-Varianten, inklusive Scorpio, erreiche nicht das von Turn 10 gewünschte Niveau. Das Studio betreibe aufwendiges Echtzeit-Mixing simulierter Motorenkomponenten – Getriebe, Ladeluftkühler und weitere Details pro Fahrzeug -, was erhebliche CPU-Ressourcen fordere. Hier bestehe weiterhin Verbesserungsbedarf.

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