Electronic Arts kündigte am 10. September 2019 einen externen technischen Test für Cloud-Gaming an. Der Test sollte zeigen, wie sich EA-Spiele unter unterschiedlichen Netzwerkbedingungen und über verschiedene Serverrouten verhalten.
Die Versuchsreihe war ein praktischer Teil der langfristigen Project-Atlas-Strategie. EA wollte die eigene Frostbite-Engine, Online-Dienste und Cloud-Infrastruktur für Streaming-Szenarien untersuchen. Der Schwerpunkt des ersten externen Tests lag auf dem PC, weitere Geräte und Nutzungssituationen sollten ebenfalls betrachtet werden.
Vier Spiele und unterschiedliche Netzbedingungen
Für den Test waren FIFA 19, Titanfall 2, Need for Speed Rivals und Unravel vorgesehen. EA wollte dabei sowohl grafikintensive Spiele als auch schnelle Mehrspieler-Titel prüfen. Im Fokus standen variable Bandbreite, instabile Verbindungen und die Verzögerung zwischen Eingabe und Bildausgabe.
Als technische Basis nannte EA die öffentliche Cloud-Infrastruktur von Amazon Web Services. Die Server sollten möglichst nah an den Spielern betrieben werden. Zusätzlich untersuchte das Team Funktionen wie Crossplay und Cross-Progression, damit ein Spielstand nach dem Test auf dem PC weitergeführt werden konnte.
Project Atlas als Entwicklungsplattform
EA hatte Project Atlas bereits 2018 als Kombination aus Frostbite, Diensten und künstlicher Intelligenz beschrieben. Cloud-Gaming war dabei nur ein Teil der Plattformidee. Für Entwickler ging es auch um gemeinsam nutzbare Dienste, größere Skalierung und Werkzeuge, die Daten und Online-Funktionen direkt in den Entwicklungsprozess einbinden.
Der Test startete zeitlich parallel zu Microsofts Arbeit an Project xCloud. Beide Vorhaben verfolgten unterschiedliche technische Ansätze, untersuchten aber dieselbe zentrale Frage: Wie lassen sich Spiele bei wechselnder Netzwerkqualität zuverlässig aus der Cloud bereitstellen?
