Activision Blizzard hat am 4. August mehr als 15 Millionen Spieler für Overwatch gemeldet. Die Angabe berücksichtigt neben physischen und digitalen Verkäufen auch Spieler in Internet-Spielhallen und Haushalte mit mehreren Konsolennutzern. Sie bezeichnet deshalb weder ausschließlich verkaufte Exemplare noch eine Zahl monatlich aktiver Nutzer.
Für Blizzard insgesamt nennt der Bericht zum zweiten Quartal 2016 durchschnittlich 33 Millionen monatlich aktive Nutzer, kurz MAU. Das entspricht einem Zuwachs von 29 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Zum Wachstum trugen neben Overwatch auch Hearthstone und World of Warcraft bei.
Spielerreichweite und monatliche Aktivität sind nicht dasselbe
Blizzard meldet für World of Warcraft ein zweistelliges MAU-Wachstum gegenüber beiden Vergleichszeiträumen, nennt jedoch keinen absoluten Einzelwert. Ein direkter Vergleich nach dem Muster, Overwatch habe mehr monatlich aktive Spieler als World of Warcraft, lässt sich aus diesen Angaben nicht ableiten.
Auch die Gesamtzahl ist nicht mit einer entsprechend großen Menge unterschiedlicher Personen gleichzusetzen: Nach der Definition im Bericht zählt jemand, der zwei Spiele nutzt, zweimal. Die Quartalskennzahl ist der Durchschnitt der monatlichen Werte. Damit misst sie die Nutzung des Portfolios nach einer festgelegten Zählweise, nicht die Zahl eindeutig voneinander getrennter Kunden.
Nutzungskennzahlen benötigen eine gemeinsame Definition
Auch Xbox Live meldete zuletzt 49 Millionen monatlich aktive Nutzer. Solche Angaben beschreiben jedoch unterschiedliche Gegenstände: einen Plattformdienst, ein Spieleportfolio oder die erreichte Spielerschaft eines einzelnen Titels. Ohne Abgleich von Zeitraum und Zählmethode entsteht daraus keine belastbare Rangliste. Für die Bewertung eines Spieleangebots müssen zudem erreichte Nutzer, regelmäßige Aktivität und Käufe getrennt betrachtet werden.

